Friedrich Ludwig Jahn, Urvater der Vereine – Wie Turnvater Jahn das Turnen etablierte

Friedrich Ludwig Jahn gilt als Ikone des Turnsports mit unbestreitbaren Verdiensten um den deutschen Sport. Zur Zeit Napoleons brachte Jahn Massen von jungen Männern dazu, sich sportlich zu ertüchtigen.

Jahn etablierte ebenfalls den ersten öffentlichen Turnplatz Deutschlands in der Hasenheide in Berlin. Dieser war für alle Menschen frei zugänglich, ganz gleich, welchem Stand sie angehörten.

Jahns Motivation: Er wollte Deutschland von Napoleon befreien.

Friedrich Ludwig Jahn war kein guter Schüler …

Friedrich-Ludwig Jahn wurde am 11. August 1778 in Lanz als Sohn eines Pfarrers geboren. In seiner Zeit als Schüler und Student wurde Jahn vor allem eins attestiert: fehlende Disziplin. Jahn hielt es nie lange an einer Institution aus. Dementsprechend verließ er die Universität auch ohne Abschluss. Der spätere Turnvater fiel zudem durch Prügeleien und geprellte Zechen auf und war damals wohl alles andere als ein Idol.

Dennoch war er ein Vorbild

Zwischen 1803 und 1809 hatte Jahn Gelegenheitsjobs als Kurierfahrer und Hilfslehrer inne. Außerdem organisierte er Spiel- und Badenachmittage, bei denen die körperliche Ertüchtigung im Vordergrund stand.

1806 hielt Jahn vor einer Göttinger Studentenschaft eine Rede. Hier forderte er das erste Mal öffentlich Leibesertüchtigung zur Charakterentwicklung und ferner die Freiheit des Vaterlandes.

Deutschland im 19. Jahrhundert

Turnen für alle Bürger

Den legendären Turnplatz in der Hasenheide eröffnete Jahn im Jahr 1811. Hier konnte jedermann sich sportlich ertüchtigen. Schwimmen, Fechten, Wandern und Leichtathletik wurden ebenso mit in die Übungen einbezogen wie das Geräteturnen. Turnvater Jahn entwickelte außerdem das Barren- und Reckturnen und setze darin Standards, die bis heute Gültigkeit haben.

Schon im Jahr 1812 wich der anfangs lockere Turnbetrieb einer fest organisierten Struktur. Charakteristisch hierfür waren die Aufhebung der in Deutschland vorherrschenden Stände und das Tragen einer einheitlichen Turnbekleidung. Ein grauer Anzug schmückte von nun an die Sportler.

Das Feindbild Napoleon

Friedrich Ludwig Jahn konnte sehr gut mit Worten umgehen. Er verstand es daher, die Turner für eine Sache zu begeistern und sie mit seinen Ideen in Bann zu ziehen. Turnvater Jahn hasste Frankreich, hasste Napoleon und wollte Deutschland von dessen Herrschaft befreien.

Ihm schwebte eine Art Großdeutschland vor, dem auch angrenzende Länder angehören sollten. Das Turnen verstand Jahn aus diesem Grund als Vorbereitung zur Befreiung Deutschlands von der französischen Herrschaft.

Im Jahr 1813 traten Jahn und mit ihm viele seiner Turner als Freiwillige dem lützowschen Freikorps bei. Dies hatte zwar keinen maßgeblichen Einfluss auf den erfolgreichen Ausgang des Krieges.

Es verfügte allerdings über eine hohe Symbolkraft zur Errichtung eines einheitlichen Deutschlands, da seine Mitglieder aus allen deutschen Ländern zusammengewürfelt waren. Aus den Farben der Uniformen wurden die späteren deutschen Nationalfarben schwarz, rot und Gold, abgeleitet.

Von der Hasenheide raus in die Welt

Der Turnbetrieb florierte. Immer mehr Interessenten schlossen sich dem organisierten Turnen an. Infolgedessen wurden Übungsleiter ausgebildet und trugen den Sport in andere Regionen Deutschlands.

1817 nahmen in Berlin bereits um die 1000 Turner an den Übungen teil. Diese wurden durch das Singen vaterländischer Lieder und nationale Ansprachen begleitet. In Preußen gab es 1817 bereits 100 öffentliche Turnplätze nach dem von Turnvater Jahn etablierten Vorbild.

Turnverbot unter Friedrich Wilhelm III.

Zwischen 1819 und 1842 war das öffentliche Turnen verboten, der Turnplatz in der Hasenheide geschlossen und Jahn unter Friedrich Wilhelm III. aufgrund von “frechen Äußerungen gegen Staat und Verfassung” für zwei Jahre inhaftiert. Der Sport wurde nun im Geheimen weiter ausgeübt. 

Friedrich Wilhelm IV. ließ das öffentliche Turnen im Jahr 1842 wieder zu, es wurde sogar als Fach an deutschen Schulen etabliert.

Frierig Ludwig Jahns Verdienst für den heutigen Vereinssport

Turnvater Jahn verlieh dem Turnsport eine feste Struktur. Diese war auch maßgeblich an der Entwicklung des deutschen Vereinswesens beteiligt.
Er entwickelte die Geräte Barren und Reck und stellte allgemeine Regeln zum Turnen auf, die immer noch Anwendung finden.

Im Jahr 1816 veröffentlichte Friedrich Ludwig Jahn gemeinsam mit Ernst Eiselen das Buch “Die deutsche Turnkunst”, das zum Bestseller wurde.
Sein Werk hat bis heute Gültigkeit und wird weltweit im Turnsport umgesetzt.

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