Körperschaftssteuer

Gemeinnützige Vereine erhalten viele Steuervergünstigungen. Da ein Verein rechtlich als Körperschaft zählt, muss er dennoch eine Erklärung zur Entrichtung der Körperschaftssteuer abgeben. Es gibt bestimmte Ausnahmen, Freibeträge und Sonderfälle.

Tätigkeitsbereiche eines Vereins

Ein Verein ist eine Körperschaft – unabhängig davon, ob er ein eingetragener Verein ist oder nicht. Eine Körperschaft definiert sich dadurch, dass sie ein dem Einzelnen übergeordnetes Ziel verfolgt und unabhängig vom Ein- oder Austritt der Mitglieder existiert.

Im Fall eines gemeinnützigen Vereins wird dieser steuerrechtlich in vier Tätigkeitsbereiche unterteilt:

Ideeller Bereich

Hierunter fallen Mitgliedsbeiträge, Spenden und öffentliche Zuschüsse. Auch Geschenke, Ausgaben für Ehrungen oder Grabgebinde müsst ihr im ideellen Bereich erfassen. Ein Vorsteuerabzug für derartige Ausgaben ist nicht möglich.

Vermögensverwaltung

Im Bereich der Vermögensverwaltung muss euer Verein folgende Einnahmen belegen:

Zinsen und langfristige Bankgeschäfte, Inventarliste

Vermietung von Grundbesitz

Einnahmen aus der Verpachtung einer Vereinsgaststätte

Werberechte

Zweckbetrieb

Alle in der Satzung definierten Aufgaben werden dem Zweckbetrieb zugeordnet. Zum Beispiel Sport, Kultur, Bürgerengagement, Naturschutz … Aktivitäten, die euer Verein nicht in der Satzung definiert hat und trotzdem durchführt, müsst ihr dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuordnen und entsprechend versteuern. Diese Abgrenzung zu verstehen, ist nicht immer einfach. Unsere Empfehlung: Haltet Rücksprache mit einem Steuerberater.

Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb 

Hierunter fallen die Einnahmen aus

Bewirtung

Werbung

Veranstaltungen

Altmaterialsammlung

Verkauf von Fanartikeln

Lotterien für gemeinnützige Zwecke

Die Körperschaftssteuer fällt erst an, wenn euer Gewinn über 5000 Euro liegt.

Gut zu wissen

Euer Verein muss die Körperschaftssteuer nur für Einnahmen aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zahlen. Dazu gehören Bewirtung, Werbeeinnahmen, Veranstaltungen mit Einnahmen über 35.000 Euro sowie Einnahmen aus der Sammlung von Altmaterial.

Alle Einnahmen aus den anderen Bereichen eures Vereins fallen nicht unter die Körperschaftssteuer.                                 

Besonderheiten bei Einnahmen aus Vermietung

Vermietet oder verpachtet euer Verein Grundbesitz, gibt es für manche Fälle Besonderheiten:

Langfristige/kurzfristige Verpachtung

Einnahmen aus einer langfristigen Verpachtung (mehr als 6 Monate) müsst ihr der Vermögensverwaltung zuordnen. Vermietet ihr kurzfristig einzelne Räume an wechselnde Mieter, müsst ihr diese Einnahmen dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuordnen.

Kurzfristige Vermietung einzelner Räumlichkeiten an wechselnde Mieter

Diese Einnahmen müsst ihr grundsätzlich dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuordnen. Es gibt eine Ausnahme: Wenn die Vermietung zu einer besseren Auslastung der Kapazitäten führt. Dann müsst ihr die Einnahmen der Vermögensverwaltung zuordnen.

Kurzfristige (stundenweise) Verpachtung von Sportanlagen durch einen Sportverein 

Vermietet ihr eure Sportanlage an Mitglieder, ordnet ihr diese Einnahmen dem Zweckbetrieb zu. Bei der Vermietung an Nichtmitglieder müsst ihr die Einnahmen dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuweisen.

Vermietung von Bootsliegeplätzen durch einen Segelverein

Zweckbetrieb, wenn ihr an Mitglieder vermietet – mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 %.
Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb, wenn ihr an Nichtmitglieder vermietet mit dem Regelsteuersatz von 19 %.

Vermietung eines Festplatzes

Vermietet ihr den ganzen Festplatz an einen einzigen Schausteller, sortiert ihr diese Einnahmen in die Vermögensverwaltung ein.

Sind es mehrere Schausteller, die den Festplatz mieten, ordnet ihr diese Einnahmen dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zu.

Das Finanzamt prüft alle drei Jahre, ob euer Verein die Körperschaftssteuer entrichten muss. 

Gut zu wissen

Jeder Verein ist dazu verpflichtet, eine Körperschaftssteuererklärung einzureichen. Auch wenn er keine Geschäfte ausübt, die Gewinn abwerfen. Folgende Formulare musst du für die Körperschaftssteuererklärung abgeben: 
Anlage GK, Anlage Verluste und die Anlage Z.


Sonderfall: Sportveranstaltungen

Bei der Ausrichtung von Sportveranstaltungen gelten besondere Bedingungen. 

Steuerrechtlich versteht man unter einer Sportveranstaltung alle organisatorischen Maßnahmen eines Vereins, die es aktiven Sportlern ermöglichen, Sport zu treiben. Diese aktiven Sportler müssen nicht zwangsläufig Vereinsmitglieder sein. Beispiele hierfür sind Vereinsmeisterschaften, Freundschaftsspiele, offene Wettbewerbe … 

Wichtig: Habt ihr bei eurer Veranstaltung Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken oder durch Werbung, sind diese steuerrechtlich nicht der Veranstaltung zuzuordnen. Sie stellen einen gesonderten steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb dar.

Zweckbetrieb und Grenze 

Im Zweckbetrieb muss euer Verein steuerrechtlich alle anderen Einnahmen erfassen, die er durch die gemeinnützige Tätigkeit macht – aber nicht durch Mitgliedsbeiträge, Spenden oder Zuschüsse. Das kann zum Beispiel eine Sport- oder Kulturveranstaltung sein.

Gut zu wissen

Die Einnahmen aus einer Sportveranstaltung gelten als Zweckbetrieb. Sie sind steuerfrei, wenn sie aus allen Veranstaltungen eures Vereins die Grenze von 45.000 Euro pro Jahr nicht übersteigen. Dieser Betrag stellt die sogenannte Zweckbetriebsgrenze dar.

Die Zweckbetriebsgrenze besteht neben der oben genannten Besteuerungsgrenze.

Habt ihr mehr Einnahmen?

Überschreitet ihr die Zweckbetriebsgrenze, müsst ihr diese Einnahmen dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuordnen und entsprechend versteuern.

Habt ihr weniger Einnahmen?

Es kann für euren Verein sinnvoll sein, auf die Zweckbetriebsgrenze zu verzichten. Das ist sinnvoll, wenn ihr mit euren Sportveranstaltungen nur Verlust macht. Diesen könnt ihr bei Verzicht auf die Zweckbetriebsgrenze mit Gewinnen aus anderen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben verrechnen.

Wie hoch ist die Körperschaftssteuer?

Sie beträgt 15 % aller eurer Einnahmen aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuzüglich 5,5 %. Allerdings nur, wenn diese Summe über dem für Vereine geltenden Freibetrag von 5.000 Euro liegt.

Euer Verein kann auf die Zweckbetriebsgrenze verzichten, wenn an der Sportveranstaltung bezahlte Sportler teilnehmen. An diese Regelung seid ihr dann fünf Jahre lang gebunden. 

Das heißt, eure Einnahmen, die ihr aus sportlichen Veranstaltungen macht und die unter 45. 000 Euro betragen, müsst ihr fünf Jahre lang dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuordnen. (§ 67a AO).

Bezahlte und unbezahlte Spieler

Nehmen an einer sportlichen Veranstaltung keine bezahlten Spieler teil, hat der Sportverein die Möglichkeit, die Einnahmen dem Zweckbetrieb zuzuordnen. Mit dieser Entscheidung verpflichtet sich der Verein, alle sportlichen Veranstaltungen ohne bezahlte Spieler 5 Jahre dem Zweckbetrieb zuzuweisen.

Gut zu wissen

Als bezahlter Spieler gilt, wer für seinen Verein an Wettkämpfen und Sportveranstaltungen teilnimmt, und im Jahresdurchschnitt mit mehr als 400 Euro pro Monat vergütet wird.


Körperschaftssteuer reduzieren

Jeder Verein ist natürlich bestrebt, möglichst wenig Körperschaftssteuer zu zahlen. Wie ihr das machen könnt?

Vermietung/Verpachtung der Vereinsgaststätte

Statt die Vereinsgaststätte selber zu nutzen, könnt ihr sie verpachten. Die Einnahmen aus der Verpachtung ordnet ihr dann dem Bereich der Vermögensverwaltung zu, sie unterliegen nicht der Körperschaftssteuer.

Ist der Pächter ein Förderverein, besteht die Voraussetzung, dass der Vorstand des Fördervereins nicht der gleiche ist wie der eures Vereins.

Außerdem muss die Pacht angemessen sein, das heißt, sie muss dem normalen Pachtpreis entsprechen – dem, der unter Fremden üblich wäre. Auch muss dem Pächter ein Gewinn in Höhe von mindestens 10 % des Überschusses von Pachtzahlungen verbleiben.

Ausgelagerte Bewirtschaftung

Bei einem Vereinsfest könnt ihr die Bewirtschaftung an einen externen Anbieter abtreten. Hierfür bietet sich besonders eine kurzfristige GdbR an. Diese muss nach außen hin als Wirt auftreten. Das beinhaltet den Erwerb der Schanklizenz, Abschluss von Versicherungen, Abwicklung des Einkaufs, Vereinnahmung der Erlöse so wie den Vermerk auf der Festankündigung. Diese GdbR erhält eine eigene Steuernummer und ist nur bedingt steuerpflichtig.

Alternativ kann auch ein Förderverein als Ausrichter auftreten. Der Förderverein muss seine Einnahmen dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuordnen. Die Pachtzahlungen an den Hauptverein sind Betriebsausgaben.

Ihr als Hauptverein könnt die Pachteinnahmen im Bereich der Vermögensverwaltung ansetzen.

Voraussetzung dafür ist, dass der Förderverein allein das wirtschaftliche Risiko trägt. Das heißt, die Pacht darf nicht gewinnabhängig vereinbart sein. Außerdem dürft ihr als Hauptverein nicht für einen eventuell entstehenden Verlust des Fördervereins aufkommen. Auch unterstützt der Hauptverein den Förderverein nicht aktiv bei der Bewirtung – das heißt, ihr stellt kein Personal zur Verfügung. Beim Auf- und Abbau dagegen dürft ihr mit anpacken. 

Eine gute Erklärung zum Thema Steuern und Vereine.

Formulare für die Körperschaftssteuer