LSVS-Vizepräsident Franz Josef Schumann unter Anklage

Nun ist es also passiert: Die Staatsanwaltschaft hat den Landessportverband des Saarlandes (LSVS), sprich Vizepräsident Franz Josef Schumann, angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, sich der Vorteilsgewährung und Untreue schuldig gemacht zu haben. Die angestellten Frauen und Männer des LSVS sollten nun dafür in Haftung genommen werden, was für großes Unverständnis sorgt.

Was ist der Hintergrund?

Es geht darum, dass der Landessportverband des Saarlandes (LSVS), jahrelang große Summen ausgegeben hat. Heute ist er hoch verschuldet. In der Anklage muss sich der Vizepräsident des LSVS Franz-Josef Schumann mit Beschuldigungen und Vorwürfen auseinandersetzen. Schumann hat die Geschäfte Landessportverbandes übernommen. Der frühere Präsident musste sich auch schon vor Gericht verantworten und trat zurück.

Im aktuellen Fall geht es darum, ob Schumann sich der Vorteilsgewährung schuldig gemacht hat. Dem Innenminister Klaus Bouillon (CDU) wird vorgeworfen seine Geburtstagsfeier teilweise mit Geld gezahlt gezahlt zu haben, das für die Sportförderung vorgesehen war.

Außerdem muss geprüft werden, ob auch noch der Tatbestand der Untreue erfüllt ist. Die Staatsanwaltschaft hat auch noch für andere Präsidiumsmitglieder Strafbefehle beantragt. Im Zuge der Aufklärung dieser Finanzaffäre hat der Konsolidierungsberater mittlerweile ein Konzept vorgestellt. Dieses sieht vor, dass der größte Teil der nötigen Einsparungen von Mitarbeitern übernommen wird.

Die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken ist nun damit beschäftigt, wegen Untreue und Vorteilsgewährung gegen das Präsidium des LSVS zu ermitteln. Mittlerweile haben sich Lücken von mehreren Millionen Euro beim Landessportverband Saarland angehäuft. Um diese zu stopfen, soll jetzt das Personal herhalten. Die Strukturen, die zu diese Misswirtschaft geführt haben, sollen aber erst mal beibehalten werden.

Es wurden aber aber auch schon Konsequenzen gezogen: Klaus Meiser, CDU-Landtagsabgeordnete und Präsident des Saarländischen Landtages, musste wegen dieses Skandals schon sein Amt zur Verfügung stellen. Es wurde auch ein Untersuchungsausschuss gebildet, um die Vorgänge aufzuklären.

Kündigung der Mitarbeiter

Von den ca. 180 Mitarbeitern des Landessportverband Saarland haben sehr viele erst aus der Zeitung oder dem Fernsehen erfahren, dass etwa die Hälfte von ihnen demnächst auf die Straße gesetzt wird. Sie sind geschockt: Für sie waren betriebsbedingte Kündigungen völlig undenkbar. Außerdem fragen sie sich, wie man mit dem halben Personal die notwendigen Arbeiten ausführen soll?


Etwa 2,5 Millionen Euro jährlich fehlen

Es gab Zeiten, da ging es dem LSVS recht gut. Aber diese sind schon sehr lange vorbei. Es hat sich eine Summe von ca. 2,5 Millionen Euro angesammelt, die fehlt und jährlich notwendig ist, damit der LSVS seine Arbeit effektiv ausüben kann. Wenn nun das Personal dafür bestraft werden soll, dass Spitzenfunktionäre jahrelang Gelder verschwendet oder für falsche Bereiche ausgegeben haben, ist das der Gesellschaft nicht vermittelbar. Zumal die Funktionäre weitgehend in ihren Ämtern blieben.

Auch die Sportler würde dies hart treffen: wenn sie unter deutlich schlechteren Bedingungen trainieren müssten, würden sie das Saarland verlassen, um bessere Orte für ihr Training zu suchen.

Vizepräsident Schumann ist sich keiner Schuld bewusst:“ Von den Ehrenamtlichen kann nicht verlangt werden, dass jedes einzelne Konto geprüft wird und auch jede Ausgabe…“

Doch genau dies gehört, gemäß der Satzung, zu den Aufgaben des Präsidiums.

Viel Arbeit für den Untersuchungsausschuss

Der Untersuchungsausschuss wird es nicht einfach haben, die Wahrheit herauszubekommen: Schließlich hat die Staatsanwaltschaft Akten beschlagnahmt. Wenn der Untersuchungsausschuss für mögliche – bessere – Strukturen im Zuge der Aufklärung sorgt, wäre das schon eine enorme Verbesserung.

Die Vereine machen sich aber Sorgen: Denn finanzielle Zusagen zu Bauten oder zur Sanierung sind jetzt nicht mehr verbindlich. Geld, das hierfür vorgesehen war, steht nicht mehr zur Verfügung und wurde schon für andere Zwecke ausgegeben. Trotzdem hoffen viele saarländische Vereine, dass diese Zusagen auch eingehalten werden. Drücken wir ihnen die Daumen.

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