< zurück
Blog 24.04.2019

Vor welchen Herausforderungen steht die Freiwillige Feuerwehr und das Ehrenamt?

Jeden Tag reden wir von campai mit Vertretern aus Vereinen und Verbänden, darunter auch die Freiwillige Feuerwehr. Oft bekommen wir zu hören, dass das Ehrenamt zahlreiche Probleme hat. Darum wollen wir uns diesem Thema regelmäßig widmen.  

Immer mehr ehrenamtlich geführte Organisationen bekommen Probleme. Vor allem wird fehlender Nachwuchs beklagt. Oder die fehlende Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Im schlimmsten Fall muss eine Freiwillige Feuerwehr dicht machen.

Wir von campai haben eine Verbands- und Vereinssoftware entwickelt. Wir wollen den Organisationen im Ehrenamt die Arbeit erleichtern. Denn wenn es schon schwer ist, Menschen für ein Engagement zu gewinnen, soll die Verwaltungsarbeit nicht noch zusätzlich abschrecken. Aus Respekt vor der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren bieten wir unsere Software kleineren Wehren als IT-Spende an.

Die Gründe für die Probleme sind vielfältig. Die Folgen sind drastisch. In einem Sportverein geht es vielleicht „nur“ darum, einen Wettkampfbetrieb am Leben zu erhalten. Bei einer Organisation wie der Freiwilligen Feuerwehr sieht das durchaus anders aus.

Hier wird das ehrenamtliche Engagement zusätzlich zu einer Frage der Sicherheit, im schlimmsten Fall von Leben und Tod. Noch können die über eine Million Mitglieder in Deutschlands Freiwilligen Feuerwehren die Aufgaben stemmen. Aber die Belastung steigt. Und damit der Frust.

„Berlin brennt“

In Berlin protestierten Berliner Feuerwehrleute im März 2018 unter dem Motto „Berlin brennt“ über fünf Wochen lang. Mit einer Mahnwache in Form einer brennenden Tonne direkt vor dem Roten Rathaus wiesen sie auf die erschreckenden Zustände im Berliner Rettungswesen hin. 

Personalmangel, Einsparungen und Überlastung: Auch die Berufsfeuerwehren haben mit massiven Problemen zu kämpfen. „Rekrutiert“ werden deren Kameraden oft aus der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren, etwa wenn Menschen in deutsche Großstädte wie Berlin ziehen.

Die Freiwilligen Feuerwehren sind das Fundament.

Das Ehrenamt lässt sich heutzutage immer schwerer vereinbaren mit dem Berufs- und Privatleben. Viele Menschen pendeln zur Arbeit oder wechseln sogar regelmäßig den Wohnsitz. Da fällt es schwer, Kraft und Zeit für ein Ehrenamt zu finden. Junge Menschen haben zudem andere Interessen. Heißt es zumindest.

Welche Lösungen gibt es für die sich wandelnden Lebensweisen?

Dabei gibt es auch eine andere Seite der Medaille: Immer mehr Unternehmen sagen, dass sie im Bewerbungsprozess sehr wohl darauf schauen, ob und wie sich jemand gesellschaftlich engagiert.

In einer Freiwilligen Feuerwehr werden in der Aus- und Weiterbildung wichtige Fähigkeiten vermittelt. Das geht weit über das Löschen eines Brandes hinaus. Teamfähigkeit und das Übernehmen von Verantwortung sind wertvolle Eigenschaften.

Wie stellt sich die Freiwillige Feuerwehr in ihren Strukturen auf die aktuellen Veränderungen ein? Gibt es neben der zeitlichen Belastung weitere Faktoren, die dazu führen, dass jemand sein ehrenamtliches Engagement beendet – oder gar nicht erst beginnt?

Sind die Strukturen dafür ausgelegt, Menschen mit einer anderen Lebensführung als vor 30 Jahren noch genauso zu motivieren für ein Ehrenamt? Oder muss auch da ein Umdenken stattfinden?

In der Welt der Sportvereine haben die Organisationen erkannt, dass sich die Bereitschaft zum Ehrenamt wandelt. Weg von einer Lebensaufgabe, hin zu „projektbezogenem Engagement“. Um diesem Wandel gerecht zu werden, muss sich das Ehrenamt darauf einstellen. Menschen kommen und gehen – sind die Strukturen dafür geeignet?

Anreize für Freiwillige Feuerwehr

Natürlich geht es vorrangig darum, Teil einer Kameradschaft zu sein und der Gesellschaft Gutes zu tun. Aber welche Vorteile gibt es darüber hinaus für die Freiwillige Feuerwehr und ihre Mitglieder? Vereinzelt ist von Gemeinden zu lesen, die Wohnungen für Mitglieder einer Freiwilligen Feuerwehr in der Nähe der Feuerwache ermöglichen. Einige Bundesländer bieten mit einer Ehrenamtscard zahlreiche Vergünstigungen an. Was kann noch getan werden?

Der Bayerische Landtag etwa schreibt einen Bürgerpreis aus. Das Motto lautet „Rette uns, wer kann! Nachwuchs und neue Ideen für die ehrenamtlichen Rettungskräfte“. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. Wortwörtlich heißt es dort: „Ausreichend ehrenamtlichen Nachwuchs und Verstärkung für die Rettungsdienste zu gewinnen, ist daher eine echte Herausforderung, die kreative Ideen erfordert.  „

Wie hat sich die Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr in den letzten Jahren verändert? Die Digitalisierung beeinflusst jeden Lebensbereich. Wir als Digital-Unternehmen fragen uns natürlich: Wo hat die Digitalisierung Einfluss auf die Arbeit der Feuerwehren? Wie verändert sich die Mitgliederverwaltung? Wie funktioniert die Kommunikation?

Zukünftig versuchen wir, diese Fragen gemeinsam mit den Organisationen zu beantworten. Und ihnen bei den Herausforderungen zu helfen.