Die Tierschutzpartei – Engagement für Hunde in Not

Die Tierschutzpartei vertritt die Rechte von Tieren und Menschen, sie setzt sich ein für bessere Lebensbedingungen für alle Lebewesen auf unserem Planeten. Die Partei ist die erste, die sich den Schutz und das Wohlergehen von Tieren zum politischen Ziel gemacht hat. Sie fungiert als Vorbild – ihrem Beispiel folgten Neugründungen von Tierschutzparteien in 19 anderen Ländern, nicht nur in Europa, sondern weltweit.

Die Aktivisten der Partei sind gut vernetzt, sie verfolgen Kampagnen in Deutschland und anderen europäischen Ländern wie zum Beispiel in Spanien. Das Schicksal spanischer Galgos liegt ihnen besonders am Herzen. Jährlich finden Tausende dieser edlen und sanftmütigen Tiere einen grausamen Tod.

Organisation und Struktur

Fast alle Mitglieder der Partei engagieren sich ehrenamtlich, nebenbei, neben Vollzeitjobs und Familie. Idealismus ist es, was die Mitglieder antreibt, der Wunsch nach einer lebenswerteren Welt.

Gemeinsam planen der Vorstand, Landesverbände, Bundesarbeitskreise und die aktiven Mitgliedern Aktionen und Initiativen. Im Gegensatz zu großen Parteien möchte die Tierschutzpartei sich möglichst unbürokratisch organisieren. In Deutschland gibt es gerade 16 Landesverbände, auf die sich 1630 Mitglieder verteilen. Das jüngste Mitglied ist erst 16 Jahre alt, das älteste hingegen 95. Für ihre Mitgliederverwaltung verwendet die Partei die Vereinssoftware von campai. campai unterstützt nicht nur Vereine, sondern auch Parteien.

Wie jede andere politische Partei, möchte auch die Tierschutzpartei Einzug in die Parlamente halten. Das ist ihr in der Vergangenheit tatsächlich des Öfteren gelungen.

Erfolge der Tierschutzpartei

Tierschutz und Umweltschutz sind populär: In den vergangenen Jahren konnte die Tierschutzpartei ihre Mitglieder verdoppeln, und auch bei den Wahlen lief es gut. Die Zahl der Wähler hat sich ebenfalls bei den vergangenen Wahlen fast verdoppelt. Bei der letzten Europawahl gelang es der Partei, einen Abgeordneten in das Europaparlament zu bekommen. Sie erzielte bei einigen Kommunalwahlen Stadt- und Gemeinderatsmandate.

Die nächste Europawahl in Brüssel steht 2019 bevor. Die Tierschutzpartei rechnet mit einem Ergebnis von 1,5 % – was bedeuten würde, dass sie mindestens einen Abgeordneten nach Brüssel schicken könnte.


Kandidaten für die Wahl ins Europaparlament 2019: Robert Gabel, Patricia Kopietz, Martin Buschmann

Richtig große Erfolge kann die Tierschutzpartei erst erreichen, wenn sie im Bundestag vertreten ist. Dennoch konnte sie schon Einiges zum Wohl von Tieren erreichen.

Ein beeindruckendes Beispiel ist das Gänsereiten. Beim Gänsereiten wird eine lebendige Gans kopfüber an einem Baum aufgehängt. Die Teilnehmer reiten auf Pferden im Galopp unter der Gans hindurch und versuchen, der Gans den Kopf abzureißen. Dass die Gans hierbei furchtbare Schmerzen erleidet, sollte klar sein. Die Tierschutzpartei hat das Leid der Gänse beendet: Sie hat erwirkt, dass für das Gänsereiten in Zukunft keine echten Gänse mehr verwendet werden dürfen.

Es gibt etwa 2 Millionen verwilderte Katzen, die sich unkontrolliert vermehren. Manchmal werden sie von Menschen gefüttert, in den Städten ernähren sie sich von Müll. Oft leiden sie an Hunger, übertragen Krankheiten und erhalten keine medizinische Versorgung. Verwilderte Katzen stellen ein echtes Problem dar. In Düsseldorf setzte die Partei eine Verordnung zum Schutz frei lebender Katzen durch, die die Kastration der Tiere zum Inhalt hat.

Ziele und Herausforderungen

Trotz dieser Erfolge hat die Partei auch mit Problemen zu kämpfen. Natürlich freut sie sich über jedes Mitglied. Besonders gern gesehen werden Menschen, die sich aktiv mit einbringen, da derzeit viele Aufgaben an wenigen Verantwortlichen hängen bleiben. Auch für nicht so aktive Mitglieder besteht die Möglichkeit der Mitgestaltung – zum Beispiel bei meinungsbildenden Umfragen auf Facebook. Die Finanzierung des Wahlkampfs stellt die Partei immer wieder vor eine Herausforderung, deswegen sind natürlich Spenden gern gesehen. Irgendwie hat es in der Vergangenheit mit der Finanzierung jedoch immer geklappt, was die steigenden Wählerzahlen beweisen.
Übrigens: Jeder Euro, den die Partei als Spende erhält, wird aufgrund der guten Wahlergebnisse von der Bundesregierung verdoppelt. 

Leitgedanken der Tierschutzpartei

Im Grundsatzprogramm der Tierschutzpartei hat natürlich der Tierschutz die wichtigste Bedeutung. Mensch, Tier und Umwelt stehen in einem untrennbaren Zusammenhang. Deswegen ist die Tierschutzpartei auch keine Ein-Themen-Partei.  Zu ihrem Leitgedanken zählt es, allen Lebewesen auf unserem Planeten ein möglichst lebenswertes Leben zu ermöglichen. Daraus ergibt sich für die Bereiche Mensch, Tier und Umwelt eine immense Themenvielfalt.

Tier

Mensch und Tier verbindet eine Abhängigkeit. Außerdem haben Tiere die gleichen Grundbedürfnisse wie der Mensch – sie benötigen nicht nur Nahrung, Wasser und Luft, sondern auch Bewegung und Kontakt zu Artgenossen. Ein Tier kann Schmerzen und Emotionen empfinden. Es kann sich wohlfühlen und empathisch reagieren. Viele Arten kümmern sich um einander, ähnlich so, wie wir Menschen es tun. Die Intelligenz sollte nicht ausschlaggebend sein dafür, dass Menschen Tiere als Ressourcen ansehen, sie ausbeuten und quälen, um sich daran zu bereichern. 

Der Artikel 20a im Grundgesetz regelt seit dem Jahr 2002 den Schutz von Tieren und ihren Lebensräumen. 

Konkrete Themengebiete zum Tierschutz sind zum Beispiel Massentierhaltung, Tiertransporte, Tierversuche, Pelztierzucht, exotische Tiere, Jagd und Fischerei, Vegetarismus und Tierrechte.

Mensch

Der Mensch ist nicht das Maß aller Dinge. Somit setzt die Tierschutzpartei sich für alle unterdrückten Lebewesen ein, auch für den Menschen. Durch Globalisierung, Raubtierkapitalismus und politische Fehlentscheidungen müssen nicht nur Tiere geschützt, sondern auch die Rechte von Menschen in gesellschaftlichen Randpositionen gestärkt werden.

Genauer bedeutet das: Die Tierschutzpartei beschäftigt sich auch mit sozialen Themen wie Wohnungsnot, Altersarmut, Bildung, Gleichberechtigung, Familienpolitik. Die Partei möchte die Rechte aller Menschen stärken, die in unserer Profitgesellschaft auf der Strecke bleiben. 

Umwelt

Im Bereich Umwelt setzt die Tierschutzpartei sich für eine globale und ökologische Landwirtschaft ein, um die begrenzten Ressourcen und Lebensräume von Mensch und Tier nachhaltig zu schützen – damit auch nachfolgenden Generationen eine Chance haben, weiterhin auf der Erde zu wohnen. Das Grundsatzprogramm der Partei enthält zum Beispiel den Schutz von Wald und Meer, Erhalt von Artenvielfalt, die Nutzung erneuerbarer Energien und die Förderung von sanftem Tourismus.


Galgos in Not

Eine aktuelle Kampagne der Tierschutzpartei beschäftigt sich mit dem Leid spanischer Windhunde. Tausende der sanftmütigen Tiere erleiden jedes Jahr ein grausames Schicksal.

Eines der beliebtesten Urlaubsziele Europas ist Spanien. Sonne, Meer und die Leichtigkeit mediterranen Lebens locken jährlich zahlreiche Besucher aus aller Welt an. Doch während Ströme von Touristen ihren Urlaub genießen, verenden unzählige Hunde unter der iberischen Sonne – von ihren Besitzern ausgesetzt, gefoltert, entsorgt.

Die Besitzer von etwa 200.000 spanischen Hunden pro Jahr entledigen sich ihrer für sie nutzlos gewordenen Tiere. Etwa 50.000 davon sind Galgos – Windhunde, die speziell zur Hetzjagd gezüchtet werden und nach Ablauf ihrer Karriere für ihre Besitzer, die Galgueros, keinen Wert mehr besitzen. 

Lukrative Hetzjagd mit Galgos

Seit Jahrhunderten schon setzt man die spanischen Windhundrassen Galgo und Podenco in vielen Teilen des Landes  für die Hetzjagd ein. Spanien ist das einzige EU-Land, in dem die Jagd mit den Galgos noch erlaubt ist. Die brutale Hetzjagd wird als Wettkampf ausgetragen. Sind die Hunde erfolgreich, bescheren sie ihren Besitzern Geld, Ruhm und Pokale.  
Um sehr viel Geld geht es bei den Hetzjagden und allem, was damit zu tun hat. Mit Hetzjagden und der Zucht von Galgos wird ein jährlicher Umsatz von etwa 1 Milliarde Euro gemacht. Zum Vergleich: Die gesamte Jägerschaft macht jährlich einen Umsatz von etwa 3 Milliarden Euro. 27 000 Arbeitsplätze stehen im direkten Zusammenhang mit den Windhunden.

Nutzlos und entsorgt nach der Jagd

Galgos und Podencos werden in Spanien nicht als Haustiere angesehen, sondern als Gewinn bringende Gegenstände. Nachdem sie beim Jagen eingesetzt wurden, sind die Hunde für ihre Besitzer nutzlos. Normalerweise kann ein Galgo 15 Jahre alt werden. Ihre Zeit bei der Jagd ist für die spanischen Hunde sehr viel kürzer, meist erreichen sie nur ein Alter von gerade 3 oder 4 Jahren. Danach werden sie getötet. Die Jagdsaison dauert von Anfang Oktober bis Ende Januar.

Im Frühjahr quellen Tötungsstationen und Tierheime über – Galgos und Podencos werden entsorgt. Die Galgueros sehen keine Notwendigkeit, ihre Tiere über das Jahr hinweg bis zur nächsten Saison durchzufüttern. Jeder Galguero, der seines Hundes überdrüssig ist, kann das Tier ganz einfach und legal in einer Tötungsstation abgeben.

Die sogenannten Perrerras werden vom Staat subventioniert, nicht aber kontrolliert; sie stellen ein lohnendes Geschäft für die Betreiber dar. Für die wertlos gewordenen Galgos ist dies ihr letzter Ort: ein Schlachthof für Hunde. Damit das Geschäft wirklich lukrativ ist, sparen die Inhaber an allem: an Platz, Futter und medizinischer Versorgung. Viele Tiere sterben aufgrund der unerträglichen Haltungsbedingungen. Sie werden auf engstem Raum zusammengepfercht, erhalten zu wenig Wasser und Nahrung, es stinkt nach Blut und Ausscheidungen. Nach einer gewissen Frist tötet man die Hunde ohnehin, um Platz für andere ausgesetzte Tiere zu schaffen.

Andere Arten der Entsorgung

Bringen die Galgueros ihre Hunde nicht in eine Tötungsstation, erleiden die meisten von ihnen einen anderen qualvollen Tod. Zehntausende spanische Hunde werden jedes Jahr auch auf andere Art von ihren Besitzern umgebracht. Beim Töten ihrer Tiere sind viele Galgueros kreativ.

Sie setzen ihre Galgos in den kargen Feldern Spaniens aus und lassen sie verdursten. Sie erschießen sie. Sie werfen sie in Brunnen und lassen sie ertrinken. Sie binden die Tiere an ihre Autos und schleifen sie zu Tode.

Ganz traditionell erhängen die Besitzer ihre Galgos an Bäumen mit einer Schlinge um den Hals – gerade so, dass die Hinterpfoten knapp über dem Boden sind. Die Tiere versuchen, sich aus der Schlinge zu befreien; liefern sich einen verzweifelten Todeskampf. Die Spanier nennen diese Art, einen Galgo zu beseitigen, Klavierspielen – weil die Spitzen der Hinterläufe des Tieres über den Boden schlagen, so, wie ein Pianist auf dem Klavier spielt.

Natürlich gibt es auch Menschen, die sich für die Windhunde in Not einsetzen. Die Tierschutzpartei versucht, in Zusammenarbeit mit internationalen Tierschutzorganisationen ein europäisches Tierschutzgesetz durchzusetzen. Hierfür wurden unter Mitarbeit von Martina Szyska, ehemalige Leiterin des Bundesarbeitskreises Tierschutz, bereits Petitionen an Angeordnete verfasst.

Auch gibt es eine Vielzahl an Tierheimen, die versuchen, die Tiere an neue Besitzer zu vermitteln – was bei der Masse an Galgos nicht bei allen funktioniert.

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Mehr über die Tötungsstationen

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