Versicherungen

Stehst du gerade vor der Vereinsgründung, dann solltest du dich auch gleich um die Vereinsversicherungen kümmern. Als Erstes musst du die Frage klären, wie dein Verein, die Mitglieder sowie die ehrenamtlich Tätigen selbst gegen Schäden abgesichert sind. Diese Frage ist zentral. Denn laut Statistik erleiden rund 9 Millionen Menschen einen Unfall: zu Hause, im Verkehr und eben bei der Arbeit. Auch ehrenamtlich Tätigen kann bei ihrer Arbeit oder auf dem Hin- oder Rückweg etwas zustoßen. Nicht nur Personenschäden, auch Sachschäden soll eine Versicherung abdecken.

Welche Versicherungen muss ein Verein unbedingt abschließen?

Hier erhältst du eine Übersicht zu den Versicherungen eines Vereins.


Unfallversicherung

Die Unfallversicherung ist grundsätzlich im Siebten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB VII) geregelt. Im Unterschied zu der privaten Unfallversicherung, die den privaten Bereich abdeckt und vollkommen freiwillig ist, ist die gesetzliche Unfallversicherung eine Pflichtversicherung.

Die beiden Versicherungen sind als Ergänzung und nicht als sich ausschließende Alternativen zu sehen.

Die gesetzliche Unfallversicherung deckt zunächst Unfallrisiken, die nicht nur direkt auf der Arbeit passieren, sondern auch Wegeunfälle und Berufskrankheiten ab.

Der Schutz von Arbeitnehmern erweitert sich teilweise auf weitere Personenkreise, auch auf ehrenamtlich Tätige.

Über das SGB VII sind auch folgende Personen gesetzlich abgesichert:


Ehrenamtliche in Rettungsunternehmen;

Ehrenamtlich in öffentlich-rechtlichen Einrichtungen, deren Verbänden oder Arbeitsgemeinschaften sowie in öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften;

Ehrenamtliche im Bildungswesen;

Ehrenamtliche im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege;

Ehrenamtliche in landwirtschaftlichen Einrichtungen und Berufsverbänden der Landwirtschaft;

Ehrenamtliche Übungsleiter;

Ehrenamtliche in privatrechtlichen Organisationen, die im Auftrag oder mit ausdrücklicher Einwilligung von Kommunen oder öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften und deren Einrichtungen handeln.


Gut zu wissen

Wer aufgrund eines Arbeits- oder Dienstvertrages in der gesetzlichen Unfallversicherung ehrenamtlich tätig ist, wird ohne Beitrag gesetzlich unfallversichert. Der “gewählte” Vorstand muss vom Verein freiwillig zu Berufsgenossenschaft angemeldet werden. Der Jahresbeitrag ist regelrecht symbolisch und beträgt 3,40 € im Jahr pro gewählte Person. Eine Namensnennung erfolgt nicht.


Träger für Unfallversicherung

Es gibt verschiedene Träger für diejenigen, die aufgrund gesetzlicher Bestimmungen den Versicherungsschutz anbieten.

Für die gesetzliche Unfallversicherung von Unternehmen, Vereinen und Initiativen sind die Berufsgenossenschaften zuständig.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege betreut alle ehrenamtlich Tätigen bei den Wohlfahrtsverbänden.

Die Verwaltungs- und Berufsgenossenschaft (VBG) ist für diejenigen zuständig, die sich in Sport- und anderen Vereinen engagieren. Für Ehrenamtliche im kirchlichen Bereich ist die VBG auch zuständig.

Für Ehrenamtliche im öffentlichen Bereich sind die Landesunfallkassen und Gemeindeunfallversicherungsverbände zuständig. Das gilt für Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr als auch für kommunale Mandatsträger.


Vereinshaftpflichtersicherung

Beim Thema Vereinsversicherungen gilt die Grundregel: Alles, was im Verein laut Vereinssatzung gemacht wird, muss auch versichert werden!

Für die wichtigste Versicherung im Verein gibt es mehrere Begriffe: Vereins-, Träger- oder Betriebshaftpflichtversicherung.

Diese Vereinsversicherung sichert den Verein, die Mitglieder, die Ehrenamtlichen und den Vorstand gegen Personen- und Sachschäden ab, bei denen einem Dritten Schadenersatz geleistet werden muss.

Kein Verein ohne Vereinsversicherung!

Die Vereinshaftpflichtversicherung bietet keinen garantierten Schutz gegen alle Schäden im Verein. Weitere Versicherungen können für bestimmte Vereine sinnvoll sein. Das ist immer eine Frage des Einzelfalls.


Vermögenshaftpflichtversicherung

Die Vermögenshaftpflichtversicherung funktioniert wie die Vollkaskoversicherung bei einem Auto. Sie deckt also Schäden eines Dritten an dessen Vermögen, die durch den Verein entstehen, ab. Aber auch wenn es am Vereinsvermögen einen Schaden gibt, entstanden beispielsweise durch Terminversäumnisse, kann die Vermögensschadenversicherung den finanziellen Verlust ausgleichen.

In Deutschland ist die Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung für bestimmte Berufsgruppen gesetzlich vorgeschrieben, so zum Beispiel für die Rechtsanwälte und Steuerberater.

Die Vermögenhaftpflichtversicherung ist für die Vereine dringend notwendig, wenn die Leistung des Vereins Auswirkungen auf das Vermögen Dritter hat. Das betrifft insbesondere Mietervereine, Verbraucherzentralen, Schuldnerberatung.

Diese Versicherung deckt auch Vermögensschäden ab, die der Verein sich selbst verschuldet hat. Das kann passieren, wenn der Verein seine Gemeinnützigkeit verliert, weil der Vorstand unrichtige Steuererklärung abgegeben hat.

Mögliche Leistungen einer Vermögensschaden-Vereinshaftpflichtversicherung


Schadensersatzansprüche, die ein Dritter gegen den Verein geltend machen möchte;
Versicherungsschutz, auch bei Eigenschaden, den der Verein unmittelbar erlitten hat, ein Organ oder einen Mitarbeiter in Anspruch nimmt bzw. nehmen könnte;

Rechtsschutz, der die Prüfung der Sach- und Rechtslage übernimmt, begründete Ansprüche befriedigt und unbegründete abwehrt. Im Falle eines Rechtsstreits werden die Anwaltskosten übernommen.

Absicherung vor leichter, mittlerer und grober Fahrlässigkeit;

Schutz für das persönliche Haftpflichtrisiko des Vorstandes, insbesondere bei Fahrlässigkeit in den folgenden Bereichen: Finanzen, Steuern, Buchhaltung, Sozialversicherungsabgaben, Spenden, Zuschüsse;

Vermögensschäden, die weder Personen- noch Sachschäden sind, welche durch Fehlverhalten, Fahrlässigkeit oder Unwissenheit eines Vorstandsmitglieds entstanden sind. Das kann bei einem Bauvorhaben oder einer Veranstaltung der Fall sein, oder bei der Steuererklärung oder Kassenaufzeichnung.


D&O -Haftpflichtversicherung

Die D&O (Director and Officer) Versicherung schützt in der ersten Linie das Privatvermögen der Organe. Die Bedeutung der D&O-Haftpflichtversicherung ist groß, denn egal ob der Vereinsvorstand haupt- oder ehrenamtlich tätig ist, haftet er grundsätzlich gesamtschuldnerisch mit dem Privatvermögen.

Mit dieser Versicherung wird die Tätigkeit nicht nur des Vorstandes, sondern auch des Geschäftsführers geschützt. Ein Fehler ist schnell passiert: Durch ein aktives Tun oder Unterlassen kann es zu einer schuldhaften Pflichtverletzung kommen, so beispielsweise durch die fehlerhafte Auswahl, Kontrolle und Organisation von Arbeitsabläufen oder Personal.

Der §31a des Bürgerlichen Gesetzbuches garantiert den handelnden Personen im Verein, dass sie bei “fahrlässigem Verhalten” nicht haften.


Eine sichere Vereinsarbeit wünscht campai.