Die Arten der Mitgliedschaft

Ordentliche, aktive, fördernde, kooptierte Mitglieder und Ehrenmitglieder

In den Paragrafen 21 – 54 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) wird genau beschrieben und definiert, wie die Mitgliedschaft im Verein der Form nach auszusehen hat. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau, Herkunft, Religion, sexuelle Ausrichtung und der soziale Status darf grundsätzlich keine Rolle spielen.

Jedoch unterscheiden sich die Arten der Mitgliedschaft. Dem Verein steht es frei, wie diese genau bezeichnet werden. Ob nun als ordentliches Mitglied, aktives Mitglied, Sprecher, Aktivist…usw.

Beispiel: Ein Frauenhilfeverein aus Sachsen setzt sich gemeinnützig für die Rechte von Frauen ein. Die Mitglieder werden als Vereinsfrauen bezeichnet, haben rechtlich alle Rechte und Pflichten eines ordentlichen Mitgliedes. Die Namensgebung ist somit dem Verein überlassen.

Aus der Satzung muss klar und eindeutig hervorgehen, wie die Mitgliedschaft genau aussieht und welche Rechte und Pflichten es gibt.

Die ordentliche Mitgliedschaft

bei ordentlichen Mitgliedern (Vollmitgliedern) haben alle Vereinsmitglieder Mitgliederrechte und Mitgliederpflichten. Dies besagt der § 35 BGB im Umkehrschluss. Ordentliche Mitglieder haben außerdem die Freiheit, sich am Vereinsleben so zu beteiligen und zu engagieren, wie sie es möchten.

Dennoch kann die Satzung Regelungen vorschreiben, an die sich auch ordentliche Mitglieder halten müssen: So kann etwa dokumentiert sein, dass die Mitgliedschaft eingeschränkt ist und / oder Besonderheiten beachtet werden müssen.

bei fördernden Mitgliedern

Unter fördernden Mitgliedern versteht man, dass sie dem Verein durch regelmäßige bzw. unregelmäßige Beiträge helfen. Dies geschieht, indem sie Geld-,  Dienst- oder Sachleistungen dem Verein zukommen lassen. Die Satzung kann es erlauben, dass diese Art der Mitgliedschaft gewählt wird. Fördernden Mitgliedern kann aber nicht das Recht abgesprochen werden, an Mitgliederversammlungen teilzunehmen. Wenn die Satzung verlangt, dass für fördernde Mitglieder das Teilnahmerecht an Mitgliederversammlungen nicht wahrgenommen werden kann, gilt diese Mitgliedschaft rechtlich als “unwirksam begründet” und die fördernde Person ist kein Mitglied.

bei Gastmitgliedern

Auch Gastmitglieder sind keine Mitglieder. Die Mitgliedschaft im Verein ist lediglich auf einen bestimmten Zeitraum festgelegt. Etwa für den Zeitraum des jeweiligen Aufenthaltes. Rechte und Pflichten werden eingeschränkt, Mitbestimmung, aktives und passives Wahlrecht fehlen.

bei Jugendmitgliedern

Wenn die Vereinsmitglieder das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, werden sie unter der Bezeichnung “Jugendmitglieder” geführt. In der Satzung kann aber vereinbart werden, dass sich die Jugendmitgliedschaft bis auf das 26. Lebensjahr erstreckt. Welche Rechte und Pflichten die Jugendlichen dann genau haben, regelt die Satzung. Zum Beispiel kann vorgegeben sein, dass eine aktive Tätigkeit in der Jugendabteilung abzuleisten ist. Auch hier ist es nicht möglich, dass in der Satzung die Teilnahme an der Mitgliederversammlung untersagt ist. Das Rede- bzw. Stimmrecht ist gewährleistet. Sinnvoll ist es, ein Vorstandmitglied als Jugendbeauftragter zu benennen, um die Rechte der Jugendlichen im Verein noch besser durchzusetzen.

bei passiven Mitgliedern

Passive Mitglieder beteiligen sie sich nicht mehr am Vereinsleben (nach außen). Die Tatsache, dass dies so ist,  bedeutet aber nicht, dass sich passive Mitglieder nicht trotzdem intern engagieren, etwa bei Senioren-Mannschaften. Häufig sind die Mitgliedsbeiträge von passiven Mitgliedern vergünstigt. Es gibt allerdings keine Verpflichtung die Mitgliedsbeiträge gering zu halten. Die Teilnahme an der Mitgliederversammlung kann passiven Mitgliedern nicht durch die Satzung verwehrt werden, aber das Rede-, Stimm- und Wahlrecht. Dies wird aber nur selten ausgeübt.

bei Probemitgliedern

Probemitglieder können – laut Satzung – nur eingeschränkt ihre Rechte und Pflichten ausüben. Die Satzung definiert hier alles, was die Aufnahme, den Mitgliedsbeitrag und die Beendigung der Probemitgliedschaft angeht. Wenn sich das Mitglied als zuverlässig und positiv erwiesen hat, wird es als Vollmitglied aufgenommen. Oder aber, im negativen Fall, kann schnell und einfach die Mitgliedschaft verweigert werden.

bei Ehrenmitgliedern / Ehrenvorsitz

Die Ehrenmitgliedschaft ist ein in der Satzung definiertes Sonderrecht, das der jeweiligen Person eine Ehre anbietet und gewährt. Die Vorteile sind individuell zu gestalten, z.B. keine  Beitragszahlung und der Eintritt zu Vereinsveranstaltungen ist frei. Auch eine Ernennung zum Ehrenvorsitzenden kann vollzogen werden.

bei mittelbarer Mitgliedschaft

Es kann sein, dass eine mittelbare Mitgliedschaft gerade bei Verbänden vorliegt. Dann ist oft eine direkte Mitgliedschaft gegeben. Dies geschieht z.B. bei einem  Verein, der Mitglied im Landes- bzw. Fachverband ist. Diese sind als Mitglieder in Spitzen- oder Dachverbänden organisiert.

Kooptierte Mitgliedschaft

Kooptierte Mitgliedschaft wird Personen / Organisationen angeboten, die aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz in den Verein gewählt / berufen werden. Stimm-, Wahl- und Rederechte sind frei definierbar.