Einfach Geld sparen mit einem Ehrenamt

Die Übungsleiterpauschale ist den meisten Ehrenamtlern sicherlich bekannt. Für einen Neuzugang können die ganzen Paragraphen und Zahlen allerdings manchmal verwirren. Wir zeigen euch einmal, wie einfach es ist, die Übungsleiterpauschale von eurer Steuer abzusetzen.

Wir wollen uns hier nicht mit den einzelnen Paragraphen aufhalten, sondern eine Übersicht schaffen und einen Einblick geben, welche Vorteile für die Ehrenamtler durch das „Gesetz zur Stärkung des Ehrenamts“ entstehen.

2007 tritt das Ehrenamtsstärkungsgesetz erstmals in Kraft und 2013 wurde es dann, in verbesserter Form, neu aufgelegt. Mit der Neuauflage haben sich damals keine grundlegenden Details geändert, lediglich bestehende Konditionen aus Perspektive des Ehrenamts verbessert.

Um die Vorteile des Gesetzes nutzen zu können, sind jedoch einige bürokratische Hürden zu beachten. Diese bestehenden Hürden könnten auch der Grund sein, warum das Gesetz damals von „Gemeinnützigkeits-Entbürokratisierungsgesetz“ zum jetzigen Titel umbenannt wurde ;). Aber ab von diesen Spekulationen sind nun die folgenden Punkte des Gesetzes für euch Ehrenamtler besonders interessant.

Ehrenamtsfreibeträge

Bei diesen Freibeträgen handelt es sich um Geldbeträge, die, erworben in einem Ehrenamt, nicht versteuert werden müssen. Für einen Übungsleiter (Sporttrainer, Kursleiter etc.) liegt dieser Freibetrag bei 2400€ im Jahr. Für alle anderen Ehrenämtler, die nicht direkt mit Menschen umgehen, liegt der Freibetrag bei 720€ im Jahr. Diese Beträge können also von Vereinsmitgliedern eingenommen werden, ohne sie beim Finanzamt besteuern lassen zu müssen.

Die Freibeträge gelten auch, wenn innerhalb des Vereins einem Minijob nachgegangen wird. Üblicherweise liegt die Grenze für geringfügige Beschäftigungen bei 450€, erhöht sich mit dem Freibetrag für Übungsleiter aber auf 650€ pro Monat (510€ bei anderen Ehrenämtern).

Um die Regelung der Freibeträge nutzen zu können, muss eine solche Mittelvergabe in der Satzung des Vereins festgehalten sein. Der Gesetzgeber gibt hier den Vereinen die Möglichkeit, die Satzung anzupassen.

Zeitnahe Mittelverwendung

Bei der zeitnahen Mittelvergabe wird bestimmt, dass die vom Verein gewonnenen Mittel zeitnah verwendet werden müssen. Zeitnah bedeutet hier bis zum Ende des übernächsten Kalenderjahres. Demnach ergeben sich bei einer Mitteleinnahme im Januar eines Jahres bis zu maximal drei Jahre, bis diese Mittel für den in der Satzung festgehaltenen Vereinszweck verwendet werden müssen. Allgemein sind die Finanzämter wohl recht großzügig was die Frist zur Mittelansammlung betrifft. Es kann aber in den schlimmsten Fällen auch bis hin zum Entzug der Gemeinnützigkeit kommen. Im Falle großer gemeinnütziger Organisationen ergeben sich ebenfalls Vorteile. Diese können bei Gründung gemeinnütziger GmbHs bestimmte Teile ihrer Mittel an andere steuerbegünstigte Körperschaften oder juristische Personen ausschütten.

Haftung von Vorstand und Mitgliedern

Für Vorstandsmitglieder, satzungsmäßig bestellte Organe und nun auch für Mitglieder besteht ein Haftungsschutz. Dieser bezieht sich aber nur auf leichte Fahrlässigkeit. Ob vorsätzliche oder grobe Fahrlässigkeit vorliegen, muss immer durch den Verein selbst nachgewiesen werden. Allgemein handelt es sich um Haftungsfälle, die sonst von einer Haftpflichtversicherung abgedeckt werden würden. Problematisch wird es, wenn der Verein nicht über ausreichende Mittel zur Haftung verfügt. In diesem Fall haftet wieder das Mitglied.

Ehrenamtlichkeit des Vorstands

Laut Ehrenamtsstärkungsgesetz muss der Vereinsvorstand ehrenamtlich, also unentgeltlich arbeiten – allerdings nur solang keine andere Regelung in der Satzung des Vereins festgehalten wurde. Soll die Arbeit des Vorstandes also vergütet werden, muss das in der Satzung festgehalten werden. Eine einfache Entscheidung in einer Mitgliederversammlung reicht hier nicht aus.

Neben den besprochenen Regelungen enthält das „Gesetz zur Stärkung des Ehrenamts“ noch weitere Themen wie Spendenrecht, Rücklagenbildung oder die Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Bei weiteren Fragen zu diesem und anderen Themen hilft euch campai gerne weiter.

Informiere dich auch zum Thema: Was ist eine Aufwandspauschale?