Feuerwehren in Deutschland: Einer für alle, alle für einen (Teil 3)

Der überwiegende Teil der Feuerwehrarbeit wird in Deutschland nicht durch Berufsfeuerwehren, sondern durch freiwillige Kräfte sichergestellt. Welche Feuerwehren es gibt, worin sie sich unterscheiden, welche Voraussetzungen man für das Ehrenamt bei der Freiwilligen Feuerwehr mitbringen muss – Antworten darauf gibt’s hier.

Generell lassen sich in Deutschland vier verschiedene Feuerwehren unterscheiden:

  • Freiwillige Feuerwehr
  • Berufsfeuerwehr
  • Werksfeuerwehr
  • Betriebsfeuerwehr

Hauptamtliche Mitarbeiter bei der Berufsfeuerwehr

Gut 100 Berufsfeuerwehren gibt es – deutschlandweit. Im Unterschied zur Freiwilligen Feuerwehr arbeiten hier hauptamtliche Mitarbeiter im Schichtdienst, die eine Feuerwache ständig besetzen und dort auf ihre Einsätze warten. Bis zum nächsten Einsatz übernehmen die Feuerwehrmänner und -frauen Aufgaben im Rahmen des Wachbetriebes wie etwa Schlauchwäsche, Fahrzeugwartung oder in der Verwaltung.

Das Personal einer Berufsfeuerwehr setzt sich aus Beamten des mittleren, gehobenen und höheren feuerwehrtechnischen Dienstes zusammen. Die Zugangsvoraussetzungen richten sich dabei nach den jeweiligen Laufbahnverordnungen der Bundesländer. So kann man etwa den mittleren feuerwehrtechnischer Dienst bereits mit Hauptschulabschluss und einer abgeschlossenen Berufsausbildung ausüben, eine gesundheitliche Eignung natürlich vorausgesetzt.

Berufsfeuerwehren sind als Arbeitgeber in Deutschland im Allgemeinen sehr beliebt, sodass bei vielen Auswahlverfahren die Zahl der Bewerber die Zahl an Stellenangeboten deutlich übersteigt. Unkomplizierte ist die Mitarbeit bei einer Freiwilligen Feuerwehr.

Die Freiwillige Feuerwehr – Rückgrat des flächendeckenden Sicherheitssystems

Den rund 100 Berufsfeuerwehren stehen in Deutschland mehr als 25.000 Freiwillige Feuerwehren gegenüber. In ffnet in neuem Tab/Fenster)In In einigen Städten und größeren Gemeinden können auch hauptamtliche Kräfte bei der Freiwilligen Feuerwehr eingesetzt sein. In der Regel arbeiten die Feuerwehrmänner und -frauen an dieser Stelle jedoch im Ehrenamt und übernehmen die gleichen Aufgaben wie eine Berufsfeuerwehr.

Freiwillige Feuerwehren verfügen in der Regel über nicht besetzte Feuerwehrhäuser. Nach Eingang eines Notrufes werden über eine Leitstelle die Einsatzkräfte alarmiert und die Fahrzeuge besetzt. Ohne das ehrenamtliche Engagement wäre ein flächendeckender Schutz nicht finanzierbar. In den Feuerwehrgesetzen sind Rettungsfristen von rund zehn Minuten empfohlen – gemeint ist damit die Zeit von der Alarmierung bis zum Eintreffen des ersten Feuerwehrfahrzeugs. Dank der großen Zahl an Freiwilligen Feuerwehren verteilt über das gesamte Bundesgebiet kann diese Zeit vergleichsweise gut eingehalten werden. Zum Vergleich: In Ländern ohne ein solch dichtes Netz sind Eintreffzeiten der Feuerwehr von über 30 Minuten keine Seltenheit.

So wirst du Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr

Sinkende Mitgliederzahlen durch rückgängige Geburtenraten stellen die Freiwilligen Feuerwehren vor neue Probleme. Wird etwa im ländlichen Raum dringend Hilfe benötigt, muss erst die Berufsfeuerwehr aus der nächsten größeren Stadt alarmiert werden. Nachwuchskräfte werden deshalb händeringend gesucht. Die Einstiegsvoraussetzungen sind, je nach Region, sehr vorteilhaft:

  • Mindestalter: zwischen 16 und 18 Jahren (je nach Bundesland)
  • Körperliche Eignung (allerdings sind die genauen Anforderungen selten durch Gesetze oder Vorschriften festgelegt. Ein von der Deutschen Feuerwehr-Sportföderation e. V. entwickelter Eignungstest hat nur empfehlenden Charakter.
  • Geistige und charakterliche Eignung, die in der Regel ebenfalls nicht genau definiert wird
  • Freiheit von gewissen Vorstrafen oder Maßregeln seltener wird ein polizeiliches Führungszeugnis gefordert

Der Vorgang der Aufnahme gestaltet sich je nach Verein oder Region sehr unterschiedlich und reicht von einer Aufnahme durch Handschlag nach Teilnahme an mehreren Dienstabenden bis hin zu einer schriftlichen Bewerbung bei der für den Brandschutz zuständigen Institution (beispielsweise das Referat Feuerwehr und Katastrophenschutz einerGemeinde). Üblich ist ein Aufnahmegespräch, in dem der Bewerber über die Rechte und Pflichten im Feuerwehrdienst aufgeklärt wird. Die Entscheidung über die Aufnahme liegt je nach Bundesland oder auch Gemeinde bei verschiedenen Stellen innerhalb der Feuerwehr oder bei übergeordneten Stellen. Ein Anspruch auf Aufnahme besteht in der Regel nicht. Eine Aufnahme auf Probe ist jedoch möglich.

Betriebsfeuerwehren und Werksfeuerwehren

Weniger bekannt als die Berufsfeuerwehren und Freiwilligen Wehren sind die Werks- und Betriebsfeuerwehren. Im Unterschied zu den Werksfeuerwehren fehlt einer Betriebsfeuerwehr die staatliche Anerkennung. Sie werden aus versicherungstechnischen Gründen in Betrieben eingerichtet, die nicht zur Einrichtung einer Werkfeuerwehr verpflichtet sind, da von ihrem Unternehmen selbst keine Gefahr für die Allgemeinheit. Die Organisation ist ähnlich wie bei den Berufsfeuerwehren. Das bedeutet: Die Angehörigen von Werkfeuerwehren sind oft hauptamtliche Kräfte, die primär einer anderen Aufgabe in dem zu schützenden Betrieb nachgehen und im Einsatzfall alarmiert und von ihrer Tätigkeit freigestellt werden.

Noch mehr zum Thema Feuerwehren in Deutschland und wie du Mitglied wirst, findest du in unserem 1. Teil bzw. im 2.Teil.