IGS als Teil des Islambeirates an Humboldt Uni                            

Die IGS möchte Teil des Islambeirats am neuen islamischen Institut der HU werden. Kritik kommt von Volker Beck und der Opposition.

Al-Quds-Tag in Berlin

Al-QudsTag: Ursprünglich wurde dieser Feiertag von dem iranischen Revolutionsführer Ajatollah Chomeini zur “Befreiung von den Gottlosen”etabliert. Zum Ende des Fastenmonats Ramadan versammeln sich Tausende auf einer Massendemonstration gegen den israelischen Staat. Im Prinzip ist der Al-Quds Tag eine islamistische Veranstaltung mit dem Ziel der Vernichtung Israels.

Auch in weiteren Staaten des Nahen Ostens finden diese Veranstaltungen statt, vor allem solchen mit hohem schiitischen und palästinensichen Bevölkerungsanteil. In den USA, Kanada und den europäischen Staaten Schweden, Großbritannien und Deutschland wird der Al-Quds Tag ebenfalls organisiert, seit einigen Jahren auch in Berlin.

Die Veranstalter fordern, der “Kreuzzug gegen die islamische Welt” solle gestoppt werden.. Vernichtungsdrohungen gegen Israel werden hier regelmäßig ausgestoßen. Cheforganisator des Al-Quds Tages in Berlin Jürgen Grassmann überzeugt seine Anhänger mit antisemitischen Verschwörungstheorien. In der Vergangenheit kam es auf der Veranstaltung immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen.

Vertreter des IGS unter Teilnehmern des Al-Quds-Tags

Unter den Teilnehmern der Veranstaltung sind jedes Jahr Anhänger von Terrorgruppen wie Hamas oder Hisbollah. Auch Vertreter des schiitischen Verbandes IGS (Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands) nehmen daran teil. Die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands ist laut Einschätzung der Bundesregierung extremistisch unterwandert oder beeinflusst. Tatsächlich ist die IGS traditionell-konservativ ausgerichtet.

Der Bundesregierung ist keine Stellungnahme der IGS bekannt zur freiheitlichen, demokratischen Grundordnung, der Gleichberechtigung von Mann und Frau, der Todesstrafe, Menschenrechten von Lesben, Schwulen oder Transsexuellen.


Konsequenzen gefordert

Die IGS soll dem Beirat des zukünftigen Islamischen Instituts der Humboldt Universität angehören. Diesem Beirat werden nur solche islamische Gruppen angehören, die eine traditionell-konservative Ausrichtung lehren. Vergeblich wird hier nach einem liberalen Islam gesucht, eine Tatsache, die in einer liberalen, demokratischen Gesellschaft durchaus hinterfragt werden kann. Dies wird von der Opposition und dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Volker Beck scharf kritisiert.

Im Hinblick auf seine extremistischen Tendenzen ist es wohl nicht angebracht, den Verein durch öffentliche Gelder zu fördern und ihm eine solch einflussreiche Stellung zuteil kommen zu lassen.

Im Vorfeld des Al-Quds Tags hatte Beck den IGS dazu aufgefordert, seinen Mitgliedern von einer Teilnahme an der Veranstaltung abzuraten. Dies wäre für das Image des Vereins gut gewesen, er hätte sich damit aus der extremistischen Ecke entfernen können. Die IGS hatte diese Forderungen jedoch zurückgewiesen. Auch hatte sie sich nicht von der Veranstaltung distanziert.

Die Vertreter der IGS erklärten jedoch, sie verurteilten jede Art von Gewalt und Aufrufe zur Zerstörung. Auf seiner Website wirbt der Verein für eine friedvolle Gesellschaft. Es bestehe das Ziel, die religiösen Belange der schiitischen Gemeinschaft in Deutschland im Einklang mit der gesamten Gesellschaft zu organisieren. Die IGS bekennt sich “vorbehaltlos und uneingeschränkt zu den Werten einer pluralistischen und demokratischen Gesellschaft”. Gleichzeitig wird jedoch ablehnend über die “Ehe für alle” geschrieben und diese als nicht islamkonform dargestellt. Die IGS betonte, sie fühle sich durch die Äußerungen Becks diffamiert.

Volker Beck (Grüne) fordert Konsequenzen für den als extremistisch eingestuften Verein: Die IGS soll im Rahmen der Extremismusprävention nicht an der Besetzung des künftigen Islamischen Instituts der Humboldt Universität beteiligt werden.