Leichtathletik EM in Berlin

Das größte deutsche Sportereignis des Jahres findet statt. Vom 6. Bis zum 12. August kämpfen in Berlin 1600 Athleten aus 51 Ländern um 144 Medaillen, ein Wettstreit, der bei knapp 40 Grad besonders kräftezehrend ist. Bei dem Ereignis werden aber nicht nur die besten Sportler in der jeweiligen Disziplin ermittelt, die Europameisterschaft soll ebenso dazu beitragen, dass Leichtathletik wieder beliebter wird. Dafür hat sich der Deutsche Leichtathletik Verband (DLV) etwas einfallen lassen.

Leichtathletik soll wieder populärer werden

Die Leichtathletik kommt zur Bevölkerung. Eine Europäische Meile wurde errichtet. Rund um die Gedächtniskirche erstreckt sich eine Wettkampfbahn, die Generali Arena auf dem Breitscheidplatz bietet Sitzplätze für 3000 Menschen. Hier werden parallel zu den Wettkämpfen im Olympiastadion die Disziplinen Marathon, Gehen und Kugelstoßen ausgetragen. Die Verbindung von Sport und Unterhaltung steht bei den Veranstaltungen in der Innenstadt im Vordergrund. Wettkämpfe aus dem Olympiastadion werden auf großen Leinwänden übertragen, und eine Bühne bietet Platz für die Auftritte zahlreicher Künstler.

Besucher können sich an einem Stand des DLV über Sportangebote im Breitensport und Gesundheitsfragen informieren. Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport bietet in Kooperation mit dem Berliner Leichtathletik Verband und dem Behinderten- und Rehabilitations- Sportverband das Programm “Laufen.Springen.Werfen.” an und animiert hiermit die Bevölkerung zum Mitmachen.

Auch die Sieger werden in der Innenstadt geehrt, so können die Fans ihre Lieblingssportler ganz aus der Nähe bewundern.

Europa im internationalen Vergleich

Die besten Leichtathleten im internationalen Vergleich kommen zwar nicht unbedingt aus Europa. Betrachtet man die Ergebnisse der Olympischen Spiele, stammen die Sieger zum großen Teil aus anderen Ländern: Jamaika, Kenia, Südafrika, China und aus den USA. Trotzdem gibt es in Berlin einige Spitzensportler zu bewundern. Eine der schnellsten Frauen der Welt ist Dafne Schippers aus den Niederlanden. Mo Farah lebt in England, kam als Junge aus Somalia und ist vierfacher Olympiasieger in den Disziplinen 5000 Meter und 10.000 Meter. Aus Frankreich kommt der Stabhochspringer Renaud Lavillenie, der mit 6,16 Meter aktueller Weltrekordhalter ist. Er ist außerdem mit 176 cm Körpergröße der kleinste Stabhochspringer, der über 6 Meter springt.

Vereine engagieren sich

Ehrenamtliche zeigen auch bei dieser EM vollen Einsatz. Der DLV hat ein eigenes Programm entwickelt, das die Organisation der Volunteers regelt. Zahlreiche Berliner Vereine sind in die Organisation der Europameisterschaft mit eingebunden; ohne die vielen Freiwilligen könnte das Event so nicht stattfinden.

So werden zum Beispiel die Journalisten auf der Pressebühne von Helfern der SV Preußen mit den aktuellen Ergebnissen versorgt, Freiwillige des LG Süd bauen die Hindernisse für die Hürdenläufer auf und Helfer vom TSV Spandau 1820 bringen die Sportler vom Platz zum Aufwärmen ins Stadion. Helfer müssen mindestens 18 Jahre alt sein, diese Regelung ist neu und dadurch fallen einige Interessenten weg, einfach weil sie zu jung sind.

Die leichtathletischen Disziplinen sind quasi der Ursport. Einfache Bewegungsmuster und eine lange zurückreichende Tradition begeistern in Zeiten ständig wechselnder Trendsportarten zwar nicht mehr unbedingt die Massen. Dafür sind sie ein echter Klassiker, und wer weiß, vielleicht gelingt es dem DLV, im Rahmen dieser Europameisterschaft die Leichtathletik wieder attraktiver aussehen zu lassen.