Mitgliederschwund beim Minigolfverband          

Sinkende Mitgliederzahlen im Vereinssport

Es gibt in Deutschland etwa 4.000 Minigolfbahnen. Das ist eine ganze Menge, und vermutlich hat jeder schon irgendwann einmal Minigolf gespielt. Man kann beim Minigolf nicht unbedingt von einer Trendsportart sprechen, dennoch begeistert dieses Freizeitvergnügen nach wie vor Menschen aller Altersstufen.

Ein neues Spielvergnügen: Adventuregolf

Seit einigen Jahren überzeugen die sogenannten Adventure-Golfbahnen mit zusätzlichen Attraktionen. Was das ist? Bei dieser speziellen Art des Minigolfs kann der Spieler das Minigolfspiel in einem ganz neuen Ambiente erleben.

Beispiele für Adventuregolf:

  • Man kann im Dunkeln mit Schwarzlicht spielen, die Kugeln leuchten und verleihen dem gesamten Spiel einen einzigartigen Charakter.
  • Es gibt ganze Themenparks, in denen sich die Minigolfanlage befindet. So kann man zum Beispiel in die Welt der Dinosaurier eintauchen wie bei Jurassic Park, eine Attraktion, die vor allem bei den kleinen Fans der Urzeittiere beliebt ist.

Eine besondere Kombination aus Kunst, Natur,Technik und Minigolf kann man im nuture Art Park e.V. Berlin erleben.

Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin bieten die Minigolfbahnen eine interaktive Spielfläche. Diese kann leuchten, Wasser speien, sich verändern und so die Spieler immer wieder überraschen.

Das Ziel ist es, eine Verbindung zu schaffen, eine Auseinandersetzung mit den Themen Umwelt, Klimaschutz,  Ressourcen, Zukunft – und gleichzeitig Minigolf zu spielen.

Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens haben 18 Künstler 18 bespielbare Kunstwerke erschaffen. Die Bahnen reagieren auf die Aktionen der Spieler und schaffen so ein ungewöhnliches Spielerlebnis.

Im Bereich des Freizeitsports wird also für genügend Highlights gesorgt, um Menschen anhaltend für diese Sportart zu begeistern.

Anders sieht es dagegen beim Vereinssport Minigolf aus.

Die Mitgliederzahlen im Deutschen Minigolfverband sinken seit Jahren stetig ab. So konnte der Verband im Jahr 2017 nur noch 9006 Mitglieder verzeichnen. 2004 gab es noch knapp 12000 Mitglieder.

Die Gründe dafür sieht der Verband darin, dass

  • die Menschen über mehr Angebote zur Freizeitgestaltung verfügen als früher, so sei Minigolf eben nur eine von vielen Alternativen.  
  • die Gesellschaft immer älter und somit auch unsportlicher wird.

In den kommenden Jahren möchte der Verband verschiedene Maßnahmen ergreifen, um neue Mitglieder zu werben und die Sportart wieder beliebter zu machen.            

Wissenswertes zum Thema Minigolf

Minigolf entstand in den 1950er Jahren in der Schweiz. Es ist sozusagen der kleine Bruder des Großgolfs, dessen Ursprünge bis zurück in das 15. Jahrhundert reichten.

Eine Großgolfanlage benötigt sehr viel Platz, verursacht dementsprechend hohe Kosten und ist deswegen hauptsächlich für die Privilegierten erschwinglich.

Aus dieser Tatsache heraus entwickelte sich die Idee des Minigolfs. Die ersten Minigolfbahn-Anlagen wurden von dem Schweizer Gartenbauarchitekten Paul Bongni entwickelt. Ziel war es, den Spielern überall nahezu identische Spielbedingungen zu erschaffen.

Die Sportart war beliebt und verbreitete sich schnell. 1962 existierten bereits 120 Anlagen in ganz Europa. Die erste Minigolf-Weltmeisterschaft fand 1959 im italienischen Gardone Val Trompia statt, seit den 1990er Jahren finden alle zwei Jahre Weltmeisterschaften statt.