Mitgliedsbeiträge – wie festlegen oder erhöhen?

Mitgliedsbeiträge sind eine wichtige Einnahmequelle von Vereinen. Sie sind vor allem die einzige kontinuierliche Einnahmequelle und gleichzeitig ein sensibles Thema. Denn eine Vereinsmitgliedschaft soll der breiten Masse der Bevölkerung möglich sein und dennoch einen Grundpfeiler der Existenz eures Vereins darstellen.

Ganz wichtig: die Satzung

In der Satzung festgelegt werden sollte nicht die Höhe der Beiträge, sondern lediglich die Form – also ob periodisch oder einmalig und auch, ob die Mitglieder verpflichtet sind, eine Einzugsermächtigung zu erteilen.

Auch wichtig zu wissen: 80 % der Vereinssatzungen sind falsch

Außerdem sollte die Ermächtigung über die Beiträge einem Vorstandsmitglied in der Satzung zugeschrieben werden. Dieses kann dann, falls erforderlich, die Beiträge anpassen.

Allerdings können nur diejenigen Beiträge erhöht werden, für die eine Ermächtigungsgrundlage besteht. Achtet also darauf, wenn ihr eure Satzung festlegt! Wenn ohne diese Ermächtigungsgrundlage die Beiträge erhöht werden, ist das rechtswidrig und kann angefochten werden.

Außerdem muss eure Satzung sämtliche Beitragsarten genau regeln und festlegen – zum Beispiel einmalige Sonderbeiträge wie eine Aufnahmegebühr oder Sonderumlagen. Im Idealfall legt ihr eure Satzung so an, dass sie eine gesonderte Beitragsordnung beinhaltet.

Die Beitragsordnung ist Bestandteil der Satzung und regelt Details zu den Mitgliederbeiträgen. Zum Beispiel Höhe der Mitgliedsbeiträge, Rabatte und die Fälligkeit.

Oft ist die Satzung nicht ganz korrekt. Erfahre mehr unter: Die 4 häufigsten Fehler in der Vereinssatzung

Wie hoch sollten eure Mitgliedsbeiträge sein?

Das ist wirklich eine schwierige Frage. Denn einerseits braucht euer Verein diese als finanzielle Grundlage, andererseits müssen eure Mitglieder sich die Beiträge auch leisten können. Sie dürfen also weder zu niedrig angesetzt werden noch zu hoch.

Wenn ihr faire Mitgliedsbeiträge erheben und die Existenz eures Vereins sichern möchtet, bietet sich folgende Rechengrundlage an:

Ausgaben pro Jahr

Einnahmen pro Jahr

  • Hieraus errechnet ihr die Differenz
  • Plant zusätzlich einen Puffer ein (der Puffer sollte groß genug sein und folgende Faktoren berücksichtigen: Zahlungsunfähigkeit der Sponsoren, Wegfall anderer Einnahmequellen wie Eintrittsgeldern, sinkende Anzahl von Mitgliedern, unerwartete Ausgaben wie Reparaturen  … )

Mitgliederzahl: mit wie vielen Ein- und Austritten pro Jahr ist zu rechnen?

Der Differenz aus Einnahmen und Ausgaben fügt ihr den Pufferwert hinzu. Das Ergebnis teilt ihr durch die Anzahl der zu erwartenden Mitglieder – schon habt ihr euren Mitgliedsbeitrag.

Tipps zur Erhöhung der Mitgliedsbeiträge

Wenn du als Vorstand deines Vereins die Mitgliederbeiträge erhöhen möchtest, solltest du einige Dinge beachten. Eure Mitglieder werden natürlich nicht immer begeistert sein. Damit sie dennoch gerne bezahlen, hier ein paar Tipps:

  • Erhöhe die Beiträge nicht zu sehr auf einmal, sondern besser in kleinen Schritten.
  • Begründe die Erhöhung. Werden größere Anschaffungen benötigt oder wird ein neuer Trainer eingestellt?
  • Informiere deine Mitglieder regelmäßig über die finanzielle Situation deines Vereins. Durch Transparenz schaffst du Vertrauen und erhöhst das Verständnis für die Beitragserhöhung – und somit die Zahlungsmoral.

Staffelungen und Rabatte

Viele Vereine bieten Rabatte für bestimmte Personengruppen an. Du kannst ermäßigte Beiträge festlegen für beispielsweise Kinder, Rentner, Studenten, Arbeitslose, Flüchtlinge. Auch Familienmitgliedschaften sind eine häufige Beitragsart.

Wie werden die Beiträge gezahlt?

Monatlich, vierteljährlich, jährlich? Jede dieser Varianten hat Vor- und Nachteile.

Werden die Beiträge monatlich gezahlt, ist es für das Vereinsmitglied angenehm, da der Beitrag pro Monat nicht so hoch ist. Eine Zahlung im Jahresrhythmus hingegen ist für den Kassenwart des Vereins am bequemsten, für das Mitglied dagegen weniger – schließlich ist der Gesamtbetrag in einer Summe fällig.

Mit einer Vereinssoftware wie campai ist das alles kinderleicht: sie arbeitet fast von selbst. Du als Kassenwart musst nur einmal die Daten eingeben, und dann werden die Mitgliedsbeiträge automatisch berechnet und eingezogen.