Sport als Lifestyle

Sportlicher Ehrgeiz im Wandel der Zeit

Bewegung tut gut, das ist nichts Neues. Besonders Leicht­ath­leten wissen das. Wer sich regelmäßig auspowert, hat einen attraktiven Körper und einen entspannten Geist. Heutzutage treibt fast jeder irgendwie Sport; anders als früher. Aber heute ist es ein anderer Leitgedanke, der die Massen antreibt. 

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Die Motivation, eine immer höhere Leistung beim Sport zu erzielen, steht bei vielen Menschen nicht mehr unbedingt im Vordergrund, wenn sie Sport treiben. Klar, man möchte sich fit fühlen und einen straffen Körper haben. Aber der Leistungsgedanke – höher, schneller, weiter – ist nicht mehr die ausschließliche Motivation, die Menschen zu Scharen in Sportvereine und Fitnessstudios treibt. 

Fitness als Ausdruck eines ganz bestimmten Lebensgefühls

Ein Ausgleich wird gesucht zum stressigen Berufs- und Familienleben. Die Möglichkeit, sich etwas Gutes zu tun, ist oftmals verbunden mit einem bestimmten Lebensgefühl – gesund zu sein, fit zu sein und sich wohlzufühlen in einer Haut, die gar nicht unbedingt dem gängigen Schönheitsideal entsprechen muss.

In Zeiten von Facebook und Co stellt das sportliche Training eine Möglichkeit dar, um andere Menschen kennenzulernen und regelmäßige Kontakte zu pflegen. Gerade jüngere Menschen nutzen ihren Besuch im Fitnessstudio, um Freunde zu treffen, Selfies zu machen und diese mit allen zu teilen. Es ist angesagt, fit zu sein und heute schon eher die Regel als die Ausnahme.

Die allgemeine Entwicklung geht dahin, sich gesünder oder zumindest bewusster zu ernähren. Gesunde Ernährung spielt eine wichtige Rolle beim Fitness-Lifestyle. Waren früher selbst gemachte Proteinshakes auf Grundlage von rohen Eiern angesagt, gibt es heutzutage eine Vielzahl an Ernährungskonzepten, die den sportbegeisterten Hipster begeistern. Von Lowcarb über Clean-eating, Paleo und Rohkost bis hin zu vegan – jedes Jahr erobern neue Trends unsere Küchen und bilden einen wichtigen Bestandteil des fitten, angesagten Lebensgefühls.

Fitness ist also nichts Exklusives mehr, sondern Mainstream. Fast jeder ist im Fitnessstudio oder Sportverein angemeldet oder geht zumindest ab und zu mal eine Runde im Park joggen.

Das hat natürlich positive Auswirkungen: Die Jugend raucht und trinkt weniger als noch vor zwanzig Jahren. Das ergab eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). So greift durchschnittlich jeder Zehnte befragte Teenager zwischen 12 und 17 Jahren einmal in der Woche zu alkoholischen Getränken, teilte die Bundesbehörde mit. Im Jahr 2004 waren es noch mehr als doppelt so viele (21,2 Prozent). 

Ein Trend lässt sich verzeichnen: nicht Perfektion hinterher zu hecheln, sondern den eigenen Körper zu lieben, auch wenn er nicht perfekt ist. “Body Positivity” nennt sich dieser Trend, der einen Gegenentwurf zu Essstörungen und Schönheitsoperationen darstellen könnte.

Früher war alles anders

Es ist lustig, früher – also noch vor zehn bis zwanzig Jahren – war alles anders. Sportler gab es natürlich schon immer. Im Gegensatz zu heute waren es damals allerdings weniger Menschen, die Sport trieben. Und sie nahmen ihre Sportart ernster. Sie waren stärker an Leistung interessiert, als es heutzutage meistens der der Fall ist.

Sport zu treiben war unter jüngeren Menschen nicht unbedingt üblich. Es war einfach nicht so weit verbreitet, sich sportlich zu verausgaben. Der typische Teenager aus den 1980er und 90er Jahren war schon eher ein verpickelter Bewegungsmuffel, der sich hauptsächlich von Tiefkühlpizza ernährte und sich nicht mehr bewegte, als es unbedingt notwendig war. Da wurde schon komisch angeschaut, wer im öffentlichen Raum joggte.

Kaum vorstellbar, wenn man heutzutage die Massen beobachtet, die sich schwitzend und mit teurer, angesagter Funktionsbekleidung durch die Parks und Straßen bewegen.

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