Steuererleichterungen und Bürokratie

Steuererleichterungen und Bürokratie

Vereine müssen schon einiges beachten: Besonders beim Thema Steuern und der Bürokratie kann viel falsch gemacht oder versäumt werden. Schon kleine Versäumnisse und Fehler können großen Schaden anrichten. Deshalb müssen Vereine von Anfang an –  schon bei der Vereinsgründung – immer die Gesetzeslage im Auge haben. Alles muss rechtlich “wasserdicht” sein. Leider haben aber viele Vereine besonders hier große Defizite, weil sie viele Dinge einfach nicht wissen, oder einem Irrglauben unterliegen. Achtung: Wenn gültige Richtlinien oder Gesetze nicht eingehalten oder übersehen werden, kann dies zu hohen Strafzahlungen oder zur Unwirksamkeit von Bestimmungen führen.

Bewegt sich bald was bei der Steuer?

Ein Beispiel aus Rheinland-Pfalz

Im Bundesland Rheinland-Pfalz möchte die Regierung in Mainz Vereine deutlich steuerlich besserstellen: die Steuerfreigrenze soll erhöht werden. Sollte dies tatsächlich umgesetzt werden, würde dies für Vereine eine große Erleichterung bedeuten. In der Pfalz hätte dies die Folge, dass etwa 300 Vereine dadurch eine finanzielle Entlastung erfahren würden.

Diese Planung sieht vor, dass die Steuerfreigrenze erheblich angehoben wird: auf 45.000 Euro. Die ca. 38.000 Vereine in Rheinland-Pfalz müssen im Augenblick für ihre Einnahmen aus wirtschaftlich erzielter Tätigkeit keine Körperschafts- und Gewerbesteuer zahlen, sollten ihre Einnahmen die 35.000-Euro-Grenze nicht übersteigen. Seit 10 Jahren wurden diese Zahlen nicht geändert. Damals hatte man sich für diese Grenze entschieden, um auch kleinen Vereinen steuerlich entgegenzukommen und ihnen so zu helfen.

Den Mitgliedsantrag auch richtig ausfüllen

Die ab dem 25.05.2018 gültige neue europäische Datenschutzgrundverordnung sieht vor, dass der Mitgliedsantrag nun 3 x unterschrieben werden muss:

  • Der Antrag mit allen notwendigen Pflichtangaben
  • Die SEPA-Angaben müssen gemacht werden
  • Die Datenschutzklausel akzeptieren und bestätigen

    Wenn beim Mitgliedsantrag diese 3 Unterschriften fehlen oder nicht vollständig sind, ist dieser Antrag auf Mitgliedschaft ungültig.
  • Gib beim Ausfüllen des Mitgliederantrags alle notwendigen Pflichtangaben an
  • Überlege dir, ob und welche freiwillige Angaben du preisgeben möchtest

    Diese Gesetzesänderung ist zugegeben noch recht aktuell, und wird deshalb von vielen Vereinen nicht immer berücksichtigt, aber auch schon vor dieser Erneuerung ist leider immer wieder festzustellen, dass diverse Vereine erstaunlich alte Strukturen aufweisen. So verwenden sehr viele Vereine einfache Text- oder Tabellenkalkulationsprogramme, um die Daten von hunderten oder tausenden von Mitgliedern zu pflegen. Dabei ist gerade der Einsatz von aktueller Software wichtig, um vor Angriffen sicher und geschützt zu sein. Vereine sollten deshalb über eine zeitgemäße Computerausstattung verfügen.

Wichtiges schriftliches festhalten

Viele Vereine berücksichtigen auch nicht, dass sie gesetzlich dazu verpflichtet sind bei Sitzungen die Tagesordnungspunkte schriftlich festzuhalten. Eine fehlende oder unzureichende Dokumentation kann große negative Folgen nach sich ziehen. Denn damit die besprochenen und vereinbarten Punkte auch rechtlich verbindlich und wirksam  sind, müssen sie schriftlich festgehalten werden. Sollte es nämlich einmal zu Rechtsstreitigkeiten kommen, sind die Vereinbarungen wegen der nicht vorhanden Aufzeichnungen nicht wirksam, wenn die Satzung die Schriftform vorsieht.

Die Vereinsform e.V. ist besser

Viele Vereine wissen dies gar nicht, oder denken, dass es nicht wichtig ist, diese Absprachen auch aufzuschreiben.

Jeder Verein muss sich entscheiden, ob er als eingetragener Verein (e.V.) oder als  nicht eingetragener Verein gelten möchte: beide können gemeinnützig werden. Aber nur Vereine, die die Form e.V. gewählt haben, können vom Staat Vergünstigungen und öffentliche Gelder erhalten. Deshalb ist es ratsam, sich für diese Variation zu entscheiden. Der große Vorteil und das Argument, weshalb ein Verein sich immer als e.V. gründen sollte, ist der, dass er dann die Sicherheit und den Schutz des § 31a des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) genießt, und Rechtsfähigkeit gegeben ist. Trotzdem sind in Deutschland ca. 2 Mio. Vereine nicht eingetragen.

Um einen Verein als e.V. zu gründen, sind mindestens 7 Mitglieder notwendig. Aber nur  2 Mitglieder sind erforderlich, um den Verein als nicht eingetragenen Verein ins Leben zu rufen. Ein Notar braucht nicht herangezogen zu werden.