Vereine und Spenden

Wenn du bestimmten Menschen oder Vereinen helfen möchtest, kannst du sie mit einer Spende unterstützen. Das Gute daran: Sollte es sich um eine einen steuerbegünstigten gemeinnützigen Verein handeln, kannst du diese Spende als Sonderausgabe steuerlich absetzen. Die Spende ist eine freiwillige Ausgabe, die wir gerne und ganz bewusst für eine gute Sache tätigen. Alles Mögliche wird gespendet: Geld, Bücher, Kleidung und und und… Um die Spende absetzen zu können, muss sie steuerbegünstigt sein.

Wer ist steuerbegünstigt?

Etwa zum Staat gehörende Museen, Universitäten, Kirchen, gemeinnützige Vereine, Organisationen und Stiftungen. Politische Parteien ebenfalls. Wobei zu sagen ist, dass diese  eine Sonderstellung im Steuerrecht genießen. Um Steuererleichterungen zu bekommen, muss der Sitz in Deutschland sein. Auch wenn du einem Obdachlosen eine Spende zukommen lässt,  oder in der Kirche Geld spendest, wird diese vom Finanzamt nicht anerkannt.

Welche Spenden gibt es?

Man unterscheidet zwischen Geldspenden und Sachspenden. Sachspenden sind Gebrauchsgegenstände, die an Vereine, Stiftunge oder Organisationen weitergegeben werden. Wenn fabrikneue Waren gespendet werden, ist das steuerliche Absetzen einfach. Schließlich hast du ja die Rechnung dafür. Ein gebrauchtes Produkt dagegen, muss geschätzt werden, um steuerlich geltend gemacht werden zu können. Durch Recherchen, Preisvergleiche in Online- oder Print-Kleinanzeigen, kann der Preis ermittelt werden, indem ähnliche Produkte gegenübergestellt werden.

Aufwands- und Vergütungsspenden im Vergleich

Du musst zwischen der Aufwands- und Vergütungsspende unterscheiden. In der Praxis werden sie aber kaum genutzt und angewandt. Die Gesetzeslage sieht hier vor, dass das steuerliche Absetzen etwas mühsamer ist.

Die Aufwandsspende

Wenn du dich dazu entschlossen hast, ehrenamtlich für einen gemeinnützigen Verein zu arbeiten, dann verursacht diese Tätigkeit häufig auch Kosten. Für dich entstehen Ausgaben, die du übernehmen musst. Etwa, wenn du für den Verein mit deinem Auto unterwegs bist. Solltest du dich aber für das Modell der Aufwandsspende entscheiden, dann verzichtest du auf einen Ersatz für deine Ausgaben. Dafür bekommst du eine Spendenbescheinigung. Diese kannst du in deiner Steuererklärung aufführen. Achtung: Wenn du die Aufwandsspende nutzen möchtest, muss dieser Anspruch auf Ersatz deiner Kosten in der Vereinssatzung schriftlich niedergeschrieben oder vertraglich dokumentiert sein.

Ein Beispiel aus Nordrhein-Westfalen:  Ein sportlich interessierter und engagierter Mann bringt mit seinem Privatfahrzeug die Mannschaft des örtlichen Handballvereins zum jeweiligen Spiel in andere Städte. Mit dem Handballverein wurde vereinbart, dass der Mann 30 Cent für jeden zurückgelegten Kilometer bekommt. Geld möchte er aber gar nicht: lieber eine Zuwendungsbestätigung für diese Summe. Diesen Betrag trägt er dann ein.

Die Vergütungsspende

Wenn du dich für das Modell der Vergütungsspenden entscheidest, machst du deine geleistete Arbeitszeit dem Verein zum Geschenk. Wie bei der Aufwandsspende, wird dies zuvor vereinbart und schriftlich festgehalten: auch die Vergütung. Auf Geldleistungen verzichtest du. Im Gegenzug erhältst du eine Spendenbescheinigung. Den Betrag kannst du als Spende steuerlich geltend machen.

Muss ich eine Grenze bei der Spendenhöhe und dem Absetzen beachten?

Du kannst bis zu 20 % des Gesamtbetrags deiner Einkünfte als Sonderausgabe steuerlich absetzen. Wenn du also in einem Jahr deutlich mehr gespendet hast – mal angenommen 25 % – dann ist es möglich, die 5 %, die den Höchstbetrag übersteigen, ins darauffolgende Jahr mitzunehmen. Dieser Betrag wird dann im kommenden Jahr in der Steuererklärung dokumentiert. Wenn deine Spende unter 200 Euro liegt, kannst du sie ganz einfach und bequem absetzen. Der „vereinfachte Nachweis“ genügt schon. Dies kann ein Einzahlungsbeleg deiner Bank sein, dein Ausdruck des Online-Bankings oder ein Kontoauszug.


Kann ich meine Mitgliedsbeiträge als Sonderausgaben steuerlich geltend machen?

Es ist möglich, dass Mitgliedsbeiträge und Aufnahmegebühren von gemeinnützigen Vereinen  als Sonderausgaben steuerlich berücksichtigt werden. Achtung: wenn dein Verein „freizeitnahe“ bzw. gemeinnützige Zwecke fördert, ist er nicht berechtigt sich eine Zuwendungsbestätigung ausstellen zu lassen. Der Mitgliedsbeitrag kann deshalb auch nicht abgesetzt werden. Als “freizeitnah” typisch werden Sport-, Kleingartenvereine und Chorverbände bezeichnet.

Wie kann ich meine Spende belegen?

Du musst wissen, dass das Finanzamt Spenden nur dann akzeptiert, wenn diese durch die Zuwendungsbestätigung, als Spendenbescheinigung nach dem amtlich vorgegebenen Muster, erfolgt ist. In der Zuwendungsbestätigung ist die Art der Spende, die Spendensumme und der Zweck vermerkt. So wird sichergestellt, dass diese Zuwendung für einen genau festgelegten und steuerbegünstigten Zweck verwendet wird. Im Allgemeinen ist es aber so, dass  gemeinnützige Vereine schon am Anfang des Folgejahres Spendenbescheinigungen versenden.

Was ist die Belegvorhaltepflicht?

Dies bedeutet, dass du die Spendenbescheinigung nicht als als Originalexemplar deiner Steuererklärung beilegen brauchst. Lediglich die Summe muss unter den Sonderausgaben aufgeführt sein. Achtung: Du musst wissen, dass das Finanzamt von dir verlangen kann, die Spendenbescheinigung einzureichen. Deshalb musst du sämtliche Zuwendungsbestätigungen aufbewahren: mindestens 1 Jahr nach Erhalt deines Steuerbescheides. Wenn du deinen Bescheid etwa zum 20.06.2018 zugeschickt bekommst,  musst du die Spendenbescheinigung bis zum 20.06.2019 aufheben.

Ist es möglich, die Spendenquittung beim Finanzamt später einzureichen?

Du wirst feststellen, nachdem du deine Steuererklärung eingereicht hast, wird es nicht lange dauern und du bekommst noch eine weitere Spendenquittung zugestellt. Darüber solltest du dich nicht aufregen: Schließlich bietet dir das die Möglichkeit deine Spende als Sonderausgabe in der Steuererklärung aufzuführen.

Wenn du deinen Steuerbescheid erhalten hast, kontrolliere, ob deine Spende vom Finanzamt auch einbezogen wurde. Sollte dies nicht der Fall sein, hast du 4 Wochen Zeit Widerspruch einzulegen. Du solltest freundlich aber bestimmt die Finanzbeamten auf die Tatsache hinweisen, dass du die Zuwendungsbestätigung nachgereicht hast. Wenn du die Beamten überzeugt hast, kann deine Spende immer noch steuerlich geltend gemacht werden. Achtung: Solltest du diese Frist verstreichen lassen, kann deine Spende nicht mehr rückwirkend berücksichtigt werden.