Aufwandspauschale

Aufwandspauschale

Grundsätzlich erhältst du für eine ehrenamtliche Arbeit keine Vergütung. Wer sich in Vereinen engagiert, kann trotzdem eine Aufwandsentschädigung erhalten und muss dadurch nicht auf eine Entschädigung seines Einsatzes verzichten. Das Gute: Die Aufwandspauschale ist steuerfrei. Erfahre in diesem Artikel, welche Arten von Aufwandsentschädigungen es gibt, wie hoch der jeweilige Steuerfreibetrag ist und worin überhaupt der Unterschied zum Auslagenersatz besteht.

Eine Aufwandspauschale honoriert deinen Einsatz im Ehrenamt. Übst du dieses in einem gemeinnützigen Verein aus? Dann musst du die Aufwandsentschädigung nicht versteuern. 


Welche Aufwandsentschädigungen gibt es?

Übungsleiterpauschale

Die Übungsleiterpauschale für einen gemeinnützigen Verein ist in Höhe von 2400 Euro pro Jahr steuerfrei. Sie kann für verschiedene Tätigkeiten in Anspruch genommen werden. Trainierst du als Sporttrainer den Nachwuchs deines Vereins? Bist du Dozent und tätig und vermittelst den Mitgliedern dein Fachwissen? Auch wenn du als Ausbilder oder Betreuer in einem Verein tätig bist, kommt die Übungsleiterpauschale für dich infrage.
Voraussetzung ist, dass dein Ehrenamt sich von deiner hauptberuflichen Tätigkeit unterscheidet. Außerdem darf deine Nebentätigkeit nicht mehr als ein Drittel der Zeit in Anspruch nehmen, die du für einen Vollzeiterwerb im gleichen Job aufbringen würdest. Nur wenn diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind, musst du die Übungsleiterpauschale nicht versteuern.

Ehrenamtspauschale

Bist du für deinen Verein tätig und erhältst die Ehrenamtspauschale? Diese ist bis zu einer Höhe von 720 Euro pro Jahr steuerfrei. Natürlich kannst du auch mehr Geld in einem Ehrenamt verdienen. Allerdings musst du dieses ab dem Betrag von 720 Euro versteuern. Die Ehrenamtspauschale kommt für verschiedene Tätigkeiten infrage. Bist du zum Beispiel als Kassenwart im Vorstand deines Vereins tätig? Oder führst du als Schriftführer bei den Mitgliederversammlungen das Protokoll? Dann kannst du für deine ehrenamtliche Arbeit die Ehrenamtspauschale in Anspruch nehmen.

Wichtig

Für die korrekte Abrechnung und Prüfung durch das Finanzamt ist es wichtig, die Aufwandspauschale korrekt anzuwenden. Ansonsten kann eurem Verein die Gemeinnützigkeit entzogen werden! Ein Entzug der Gemeinnützigkeit kann für deinen Verein fatale Folgen haben.


Aufwandspauschale in der Satzung

Ganz wichtig: Die Aufwandsentschädigung muss in der Satzung geregelt sein! Der Vorstand erhält nur eine Entlohnung für seine ehrenamtliche Arbeit, wenn die Satzung es ausdrücklich erlaubt. Grundsätzlich wird nämlich der Vereinsvorstand unentgeltlich tätig  – zum Zweck des Vereins.

Steht allerdings in der Satzung deines Vereins geschrieben, dass die Arbeit des Vorstands honoriert wird, kannst du dich für deine Tätigkeit entschädigen lassen. Die Aufwandsentschädigung muss angemessen sein. Auch das muss in der Satzung vermerkt sein.Vielleicht müsst ihr eure Satzung anpassen, wenn ihr Aufwandspauschalen geltend machen möchtet – werft also einen Blick in die Satzung eures Vereins! Euer Verein kann sonst seine Gemeinnützigkeit verlieren!


Kann man die beiden Aufwandsentschädigungen miteinander kombinieren?

Bist du für deinen Verein als Übungsleiter tätig und erhältst die entsprechende steuerfreie Aufwandsentschädigung von 2400 Euro pro Jahr, kannst du auch darüber hinaus für deinen Verein arbeiten. Dann musst du deine Einnahmen allerdings versteuern. Du kannst zusätzlich die Ehrenamtspauschale erhalten. Allerdings nur, wenn du in einem anderen Bereich deines Vereins im Ehrenamt tätig bist.

Wenn du zum Beispiel für deine Arbeit als Trainer die Übungsleiterpauschale erhältst, kannst du darüber hinaus als Kassenwart tätig werden. Auch hierfür erhältst du dann die Ehrenamtspauschale. Somit bekommst du zwei steuerfreie Freibeträge für deine ehrenamtliche Arbeit.

In diesem Fall müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden:

Es sind zwei unterschiedliche Tätigkeiten.

Du übst beide Tätigkeiten nebenberuflich aus.

Sie werden gesondert vergütet.

Es gibt eine eindeutige Vereinbarung dazu.


Kann man mehrere Aufwandsentschädigungen gleichzeitig erhalten?Bist du ehrenamtlich als Betreuer in einem Verein tätig? Betreust du mehrere Personen? Dann kannst du die Aufwandspauschale für jede Betreuung erhalten. Diese sind selbstverständlich alle steuerfrei.


Aufwandspauschale und Hartz IV – was bleibt?

Eine Aufwandsentschädigung für deine ehrenamtliche Arbeit steht dir auch zu, wenn du Hartz IV erhältst. Allerdings ist es so, dass das Jobcenter die Aufwandspauschale als Einkommen anrechnet. Du kannst bis zu 200 Euro pro Monat anrechnungsfrei durch dein ehrenamtliches Engagement hinzuverdienen. Erhältst du einen höheren Betrag, wird dieser auf den Hartz 4 Betrag angerechnet. 

Hier erfährst du mehr zur Gesetzeslage – Verordnung über die ehrenamtliche Betätigung von Arbeitslosen.


Auslagenersatz – Unterschied zur Aufwandspauschale

Bist du für die Abrechnung der Aufwandspauschale in deinem Verein zuständig? Als Schatzmeister musst du genau unterscheiden zwischen der Aufwandspauschale und dem Auslagenersatz.Auch wenn du als Mitglied ehrenamtlich für deinen Verein arbeitest, entstehen oftmals Kosten für dich. Du kannst dir diese durch den Auslagenersatz selbstverständlich zurückerstatten lassen. Im Unterschied zur Ehrenamtspauschale und zur Übungsleiterpauschale wird hier nicht deine Zeit und Arbeitskraft honoriert, sondern nur die tatsächlich entstandenen Ausgaben.

Welche Auslagen gibt es?

Übernachtungskosten: Du bekommst die tatsächlichen Übernachtungskosten erstattet. Hierfür solltest du immer den Beleg/die Rechnung vom Hotel aufbewahren.
Verpflegungskosten: Auf einer eintägigen Reise oder Abwesenheit von zu Hause bekommst du Kosten in Höhe von 12 Euro pro Tag erstattet. Eintägig bedeutet, dass deine Reise mindestens 8 Stunden und höchstens 12 Stunden dauert. Ebenso erhältst du auf einer mehrtägigen Reise oder Abwesenheit von zu Hause pro Tag 12 Euro pro angefangenem Tag. Pro Tag heißt pro 12 Stunden.
Fahrtkosten: Wenn du mit deinem eigenen Pkw für deinen Verein unterwegs bist, kannst du dir die Fahrtkosten erstatten lassen. Hierfür benötigst du eine Quittung von der Tankstelle. Du hast keine Quittung? Dann kannst du dir auch eine Pauschale von je 0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer erstatten lassen. Natürlich gilt das nicht für deine privaten Fahrten, sondern nur für Fahrten, die du im Auftrag des Vereins unternimmst

Wichtig

Die Höhe der Aufwandsentschädigungen darf den tatsächlichen Betrag nicht übersteigen. Manchmal ist es jedoch schwierig, den genauen Betrag im Detail zu beziffern. Das ist zum Beispiel bei Kommunikationskosten der Fall, wenn dein Verein über eine Telefonflatrate verfügt. Viele Vereine berechnen hierfür eine Pauschale, die die tatsächlichen Ausgaben weit übersteigt.


Belege sammeln!

Alle Auslagen muss der Schatzmeister genau belegen. Hierzu gehören Name und Anschrift des Vereinsmitglieds. Die Art der Auslage muss angegeben werden und die Höhe der Kosten. Wofür benötigt dein Verein diese Auslagen? Auch den Zweck muss der Kassenwart oder Schatzmeister angeben. Sollten einmal Belege verloren gehen, kann er diese auch selber ausstellen.

Spätestens 15 Monate, nachdem du für deinen Verein in Vorkasse getreten bist, musst du deinen Anspruch auf Auslagenersatz geltend machen. Ansonsten erlischt er.

Gut zu wissen:

Das Bürgerliche Gesetzbuch unterscheidet zwischen einem Ehrenamt und einem Arbeitsverhältnis. Den Gesetzestext findest du hier.