“Berlin brennt” – Berliner Feuerwehr kämpft für bessere Arbeitsbedingungen (Teil 2)

“Berlin brennt” – Berliner Feuerwehr kämpft für bessere Arbeitsbedingungen (Teil 2)

  1. 5 Punkte warum die Feuerwehr in Berlin Alarm schlägt – „brennt Berlin“ weiter? (Teil 1)
  2. “Berlin brennt” – Berliner Feuerwehr kämpft für bessere Arbeitsbedingungen
    (Teil 2)
  3. Feuerwehren in Deutschland: Einer für alle, alle für einen (Teil 3)

Hintergrund

“Berlin brennt” hieß das Motto, aber auch der Stein des Anstoßes: Berliner Feuerwehrleute hatten die Nase voll von vielen Arbeitsstunden mit miserabler Bezahlung und katastrophalen Arbeitsbedingungen. Es war so schlimm, dass der Landesfeuerwehrverband Berlin Alarm schlug: Die Technik ist derart in die Jahre gekommen, dass eine schnelle und effektive Feuerbekämpfung nicht mehr gewährleistet ist.

„Berlin brennt“

Berliner Feuerwehrmänner hatten einen Monat unter ihrem Leitspruch „Berlin brennt“ eine Mahnwache abgehalten: zur Verdeutlichung wurde eine brennende Feuertonne vor dem Roten Rathaus in Berlin aufgestellt. Daraufhin hatte die Politik Verbesserungen in Aussicht gestellt: Die 48-Stunden-Arbeitswoche soll nun auf 44 Stunden verkürzt werden. Es soll auch keine Doppelschichten mehr geben. Angefallene Überstunden sollen gezahlt und nicht mehr nur angehäuft werden. Für diese Veränderung bei der Feuerwehr sollen mehr als 5 Mio. ausgegeben werden. Im gegenwärtigen Doppelhaushalt sind außerdem 376 neue Stellen geplant. Aber es natürlich gibt es auch Abschiede beim Personal.

Investitionen sind dringend erforderlich

Die Berliner Feuerwehr braucht ca. 100 Mio. Euro für neue Löschfahrzeuge, um zuverlässig und effektiv ihre Aufgaben lösen zu können. Sollte dies nicht schnell geschehen, ist eine funktionierende und effektive Feuerbekämpfung nicht mehr sichergestellt.

Alte und unzuverlässige Fahrzeuge

Die Feuerwehrlöschfahrzeuge, die im Berliner Stadtleben zu entdecken sind, sind in die Jahre gekommen: durchschnittlich sind sie etwa 15 Jahre alt. Es gibt aber Modelle, die sehr viel älter sind. Diese müssen unbedingt erneuert werden, da ist sich der  Landesfeuerwehrverband Berlin sicher.

Durch jahrelangen Einsatz hoher Verschleiß

Dadurch, dass die Löschfahrzeuge lange im Einsatz sind, funktionieren sie nicht zuverlässig: Es gibt hohe, steigende Ausfälle. Außerdem wird es bei den ganz alten Modellen immer schwieriger Ersatzteile zu bekommen.

Zu wenig Einsatzkräfte und fehlender Nachwuchs

Die Zahl der Feuerwehrleute in Berlin sinkt kontinuierlich: schon 1997 von 3257 auf 2813. Im gehobenen Dienst ist aber ist ein Plus von 44 % zu verzeichnen. Die Feuerwehr muss täglich mit etwa 100 Einsatzkräften weniger als eigentlich vorgegeben sind (600) im Einsatz sein.

Schlechte Bezahlung und viel Arbeit

Es gab Zeiten, da mussten in einer Legislaturperiode 526 Stellen abgebaut werden: über 10 %. Aktuell wurden 350 zusätzliche Stellen von der Politik versprochen. Trotzdem: eine 44-Stunden-Woche und 12-Stunden-Schicht sind für Berliner Feuerwehrmänner der Alltag. Die Feuerwehrzulage  wurde um 6 Euro erhöht und es wurde verbindlich zugesagt das Überstunden nun auch gezahlt (und nicht mehr angesammelt) werden.

Ein Blick auf die Statistik

Es gab 2016 375.000 Einsätze der Berliner Feuerwehr im Rettungsdienst. Davon waren 7230 Brände und 19.000 war technischer Hilfe nötig: etwa ein Fahrzeug von den Gleisen zu hieven. Leider gab es auch 53.000 Fehleinsätze bzw. Erkundungsfahrten, die völlig überflüssig waren. Dies ist ein Anstieg von 25 % zu 2015. Eine Statistik für 2017 kann noch  nicht vorgenommen werden, es ist aber abzusehen, dass erneut ein Anstieg um mehrere Prozente zu verzeichnen sein wird.

Falls du noch mehr zum Thema wissen willst, lies einfach unseren 1. Teil oder gleich den 3.Teil.