Davis Cup wird reformiert

Davis Cup wird reformiert

Der Davis Cup kann auf eine lange Tradition zurückblicken, er ist bereits 118 Jahre alt. Nun wird er einer radikalen Reform unterzogen.

Das entschieden die Delegierten der Mitgliederverbände auf der Jahrestagung des Tennis-Weltverbandes ITF am Donnerstag, den 16. 08. 2018 in Orlando/Florida. Trotz des Widerstands der großen Tennisnationen Australien, Großbritannien und Deutschland gegen die Reformpläne erhielten diese die notwendige Zweidrittelmehrheit. Mit 71,43 % entschieden die Mitglieder eine grundlegende Erneuerung des Davis Cup.

Traditionalisten sind enttäuscht

Fassungslos ist Ulrich Klaus, Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB über das Ergebnis der Abstimmung. Im Vorfeld startete der ITF eine intensive Werbekampagne, die das Resultat beeinflusste.

Bis zum Schluss hatte der DTB gehofft, die Mitgliedsnationen würden gegen die Reformen des Davis Cup stimmen, um diese zu verhindern. Dass gewisse Anpassungen der Veranstaltung erforderlich waren, darüber sei man sich im Klaren gewesen. Allerdings betrachtet Klaus die Reform als Bedrohung für einen etablierten Wettbewerb. Es ginge bei dieser Reform nur ums Geld, nicht aber um Tennis.

Neues Format dank großer Geldsummen

Das neue Format soll laut ITF Präsident David Haggerty “ein Festival des Tennis und der Unterhaltung” werden, das für Spieler, Fans, Sponsoren und TV an Attraktivität gewinne. Er wolle mit seinem Team dafür sorgen, dass die nächsten Generationen von Spielern von der historischen Entscheidung einer Reform des Davis Cup profitieren.  

Für die Verbände war es hauptsächlich ein finanzieller Anreiz, der sie für die Neuerungen des Davis Cups stimmen ließ; Haggerty und seine Mitstreiter überzeugten mit großen Geldsummen. Angeblich soll die Investmentgruppe Kosmos drei Milliarden Dollar für die nächsten 25 Jahre zur Finanzierung des Daviscup im neuen Format bereitstellen. Zu den Gründern der Investmentgruppe Kosmos gehört auch Spaniens ehemaliger Fußball Weltmeister Gerard Pique. Kritikern fehlt die Transparenz bei der Angabe der Geldsumme.

Harte Konkurrenz für den Davis Cup

Der Status des Davis Cups soll sich ändern, zukünftig sollen auch die ganz großen Stars teilnehmen. Ob das wirklich passieren wird, ist fraglich, denn die Spielerorganisation ATP hat für den Beginn eines jeden Jahres – also dann, wenn das Qualifikationsspiel für den Davis Cup stattfindet – eine Konkurrenzveranstaltung in Australien geplant. Außerdem gibt es mit dem Laver Cup ein weiteres Mannschaftsturnier, das im September stattfindet. Bereits im November 2019 wird das neue Format mit einem Finalturnier seine Premiere feiern. Die Teilnehmer werden im Februar in einem Qualifikationsspiel ermittelt. Auch das deutsche Tennis Team wird mit dabei sein. Als Austragungsort für das Finalturnier haben sich Madrid und Lille angeboten. Die Veranstaltung dauert eine Woche. Während dieser Zeit werden 18 Teams um den Preis spielen, eine Trophäe, die auch “die hässlichste Salatschüssel der Welt” genannt wird.

Was ist neu?

Bisher gab es beim Davis Cup vier über das gesamte Jahr verteilte Runden mit Heim- und Auswärtsspielen. Ab November 2019 spielen 18 Teams in einem einwöchigen Turnier um den Sieg. Der Vorrunde folgt eine Finalrunde im Knock-out-Format. Dieses findet mit jeweils zwei Einzel und einem Doppel über zwei Gewinnsätze statt.

Was dem Tennis auf jeden Fall erhalten bleibt, ist die hässlichste Salatschüssel der Welt als Trophäe.