Ehrenamtlich aktive sorgen für Bewegung – die „Offensive 2020“

Ehrenamtlich aktive sorgen für Bewegung – die „Offensive 2020“

Sie können gar nicht genug gelobt werden, so wichtig sind sie: die vielen Millionen Ehrenamtlichen in Deutschland. Es ist deshalb schwierig nachzuvollziehen, warum auf der einen Seite ein “Vereinssterben” zu beklagen ist und dann, auf der anderen Seite, sich von Jahr zu Jahr mehr Menschen in Deutschland für ehrenamtliche Tätigkeiten begeistern. Im Saarland ist der Anteil der Ehrenamtlichen sogar um 3 % höher als im Durchschnitt in Deutschland. Hier liegt die Quote bei 46,6 %. Stolze 461.000 Saarländerinnen und Saarländer sind ehrenamtlich engagiert. Um sich aber wirklich effektiv ehrenamtlich zu engagieren, ist aber auch Geld nötig. Dazu Hans Joachim Müller, Präsident der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Pro Ehrenamt: „Sollten wir keine 100.000 Euro bekommen, wäre alles passé..“

“Offensive 2020”

Die  „Offensive 2020“ aus der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken soll nun die Menschen zusammenbringen und Gleichgesinnte zusammenführen. Etwa 40.000 Euro für Mitarbeiter muss die “Offensive 2020” veranschlagen. Um die Website zu pflegen sind noch mal ca. 60.000 Euro für den Provider nötig. Wenn das Ziel erreicht wird, eine zentralisierte Organisation ins Leben zu rufen, dann kann im Bereich des ehrenamtlichen Engagements enorm viel passieren. Dabei gibt es die Idee, eine Internet-Vernetzung für das Saarland zu erschaffen, schon lange.

„Das Saarland hilft“ so nannte sich die Online-Plattform, die für die Flüchtlingshilfe ins Leben gerufen wurde. Der Landessportverband (LSVS) gründete 2016 ein „Kompetenzzentrum Ehrenamt“, das sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigte. Heute haben beide Webseiten kaum noch Relevanz. Es sind diese Tatsachen, die nun – um mit der “Offensive 2020” erfolgreich zu sein – berücksichtigt werden müssen. Wenn es darum geht, wie man sich aufstellt und definiert, muss von Anfang an gleich alles richtig gemacht werden. Ehrenamtliche müssen genauso professionell auftreten, wie die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Grundsätzlich geht es bei der “Offensive 2020” darum, Menschen, die sich im Ehrenamt engagieren, so gut wie möglich zu helfen und sie zu entlasten. Sie sollen sich voll und ganz auf ihre Tätigkeit konzentrieren. Von lästiger Bürokratie sollen sie verschont werden.

Es ist im Augenblick ist es schwierig, sich in bestimmten Gegenden im Saarland vor Ort über Weiterbildungen und Fortbildungen zu informieren. Veranstaltungen können nicht besucht werden, weil die „Ehrenamtsbörsen“ häufig an der Landesgrenze enden.

Bei der “Offensive 2020” soll es möglich sein, sich online anzumelden und dann – automatisiert – eine Bestätigung gesandt zu bekommen. Sogar Informationen von freien Parkplätzen werden mitgeteilt. Es soll außerdem möglich sein, sich Formulare und Broschüren online anzuschauen und auszudrucken. Auch zu den Themengebieten Recht und Steuer.

Wichtig ist, dass Menschen miteinander kommunizieren

Besonders Vereinsvorstände beklagen sich darüber, dass sie sich bei den Themen Datenschutz, Hygieneverordnungen oder Brandschutz-Auflagen überfordert und alleine fühlen. Viele Vereine handeln dann entsprechend, indem sie keine Veranstaltungen mehr anbieten…
Die Beschwerden über zu viel Bürokratie häufen sich. Es ist auch ein Wandel zu beobachten, was die Mentalität angeht: So wird sich heute zwar engagiert und spontan werden Projekte aufgezogen, aber dies geschieht nicht mehr in der Form wie früher: in klassischen Vereinsstrukturen. Viele Menschen ist dieses Engagement auch zu zeitaufwendig.

Jeder 4. Saarländer, der sich ehrenamtlich engagiert, bringt im Saarland mehr als 5 Stunden pro Woche an Zeit mit, um anderen zu helfen. Der Wunsch, sich für andere einzusetzen, ist hoch: Im Saarland würden zudem noch 147.000 Menschen – das sind 14,8 % –  anderen helfen und sich motivieren lassen, wenn die Bedingungen besser wären: d.h. mehr Raum für die Arbeit zur Verfügung stehen würde. Außerdem müssten die Punkte Ausstattung, Material und Weiterbildungsmöglichkeiten noch sinnvoller geplant und angeboten werden.

Und: Natürlich würden sich die Ehrenamtlichen auch darüber freuen, wenn ihre Arbeit gesellschaftlich mehr Anerkennung finden würde.

Wenn die “Offensive 2020” also durchdacht und gut umgesetzt wird, kann dieses Engagement ein wichtiger und notwendiger Weg sein, um das Ehrenamt in eine “neue” Zukunft zu führen. Deshalb muss die Finanzierung auf jeden Fall stabil und langfristig gesichert sein. Auf dem Spiel steht viel mehr als “nur” eine Online-Plattform, die in die Brüche gegangen ist. Nämlich die Chance das Ehrenamt in ganz neue Dimensionen zu führen.