Frauenpower im Verein

Frauenpower im Verein

Obwohl 2018 ist, haben es Frauen im Berufsleben oftmals immer noch schwerer als Männer. Sie sind es, die die Kinder auf die Welt bringen und dadurch eine Zeit lang vom Beruf ausscheiden. Und ist der Nachwuchs erst einmal da, ist es meistens die Frau, die zu Hause bleibt, wenn das Kind krank ist, wenn es zum Arzt muss oder wenn der Kindergarten geschlossen hat.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass Arbeitgeber darauf nur bedingt Rücksicht nehmen. Und eine Tatsache, dass Frauen bei gleicher Qualifikation signifikant weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Zum Beispiel beträgt der »Gender Pay Gap«  im Kulturbereich bei den freiberuflich arbeitenden Künstlerinnen erschreckende 24 Prozent.

Die berufliche Gleichstellung von Mann und Frau ist ein Thema, das Handlungsbedarf erfordert. Das hat die Politik erkannt und darauf mit Maßnahmen wie der Frauenquote geantwortet hat.

Ob diese zielführend ist, wird allerdings kontrovers diskutiert, ebenso wie die Frage, ob sie tatsächlich einen Schritt in Richtung Gleichberechtigung darstellt oder eher als diskriminierend betrachtet werden kann.

Was jedem klar sein dürfte ist, dass eine faire Bezahlung, bessere Aufstiegschancen und dazu eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen längst überfällig sind. So weit, so gut.

Es wird also schon einiges getan, um die beruflichen Chancen des weiblichen Geschlechts zu verbessern. Damit das nicht nur den anderen und der Politik überlassen bleibt, gibt es in logischer Konsequenz viele Frauenvereine zu einer Vielzahl von Themen.

Beispiel: die Bücherfrauen

Im Fall des Vereins Bücherfrauen geht es um die gemeinsame berufliche Leidenschaft Bücher, die über 900 Frauen aus der Buchbranche vereint. Die Mitglieder kommen aus verschiedenen Bereichen rund ums Buch: Agentinnen, Autorinnen, Verlegerinnen und jede, die sonst noch mit dem vom aussterbenden Medium zu tun hat. Das Netzwerk erstreckt sich über ganz Deutschland.

Die Bücherfrauen e. V. wurden im Jahr 1990 nach dem Vorbild der englischen Women in Publishing (WiP) gegründet. Diese gibt es auch in vielen anderen Metropolen weltweit, zum Beispiel in den USA, Irland und Australien. Ziel ist es, ein regionales, nationales und internationales Netzwerk von in der Buchbranche tätigen Frauen für Frauen zu entwickeln. Die Bücherfrauen geben sich Karrieretipps und tauschen Informationen miteinander aus. Sie organisieren Events und Workshops, Beispiele hierfür sind:

  • Word Workshop
  • Seminare für Führungskräfte
  • Seminare für Übersetzerinnen
  • E-Learning Workshops

Außerdem verschaffen die Bücherfrauen sich gegenseitig Jobs und vertreten frauenspezifische Interessen in der Buchbranche.Sie sind feministisch, beziehen Position und sind unabhängig von ihrem Beruf rund um das Buch und unabhängig von ihrer Funktion vernetzt.

Ein besonderes Projekt ist das Mentoring.

Hier wird eine Berufsanfängerin für einen begrenzten Zeitraum von einer erfahrenen Mentorin beraten und erleichtert ihr somit den Einstieg in das Berufsleben. Hat sie sich dann etabliert, übernimmt sie im Gegenzug das Mentoring für eine junge Kollegin.

Der Blog https://blog.buecherfrauen.de/ueber-uns/ informiert über Aktuelles aus der Welt der Literatur und frauenspezifische Themen.

Es muss also nicht unbedingt die Frauenquote sein, die bessere Bedingungen für Frauen im Beruf schafft.